Köpenick

Explosion in Wohngruppe: Feuerwehr evakuiert Haus

Ein 30-Jähriger brachte Schwarzpulver zur Explosion und bedrohte Mitbewohner und Beamte. Das Haus wurde teilweise evakuiert.

Die Feuerwehr evakuierte das Haus teilweise, Straßen wurden gesperrt

Die Feuerwehr evakuierte das Haus teilweise, Straßen wurden gesperrt

Foto: Thomas Peise

Ein lauter Knall hat am Sonnabend die Bewohner eines Hauses in Köpenick aufgeschreckt. Im Zimmer eines Mannes, der in einer Wohngruppe an der Wendenschlossstraße lebt, war es zu einer Explosion gekommen. Dabei wurde niemand verletzt. Die Polizei nahm den Mann anschließend fest.

Die Hintergründe des Vorfalls waren auch am Sonntag noch weitgehend unklar. Wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte, war es Sonnabendabend gegen 22.30 Uhr zu der Detonation gekommen.

Als die Mitbewohner das Explosionsgeräusch in dem Zimmer des 30-Jährigen gehört hatten, rannten sie sofort zu dem Raum. Sie rissen die Tür zu dem Zimmer in der vierten Etage des Mehrfamilienhauses auf. Ihnen schlug dichter Qualm entgegen.

Der 30-Jährige begann zu randalieren und beschimpfte seine Nachbarn

Wie die Bewohner später gegenüber der Polizei aussagten, befand sich der Mann in dem verrauchten Zimmer. Er war augenscheinlich unverletzt. Dennoch wurden sofort Feuerwehr und Polizei alarmiert.

Der 30-Jährige begann jedoch zu randalieren und soll seine Nachbarn übel beschimpft haben. Schließlich wurde der Mann überwältigt und so lange von den Anwesenden festgehalten, bis die Einsatzkräfte in der Wendenschlossstraße eintrafen.

Während der Festgehaltene versuchte, sich loszureißen, soll er die Mitbewohner weiter angebrüllt haben. Er soll ihnen dabei auch gedroht haben, sie umzubringen.

Schließlich fesselten eintreffende Polizeibeamte den Randalierer und führten ihn ab. Er wurde zu einer Gefangenensammelstelle gebracht und erkennungsdienstlich behandelt.

Das Pulver könnte aus Feuerwerkskörpern stammen

Die Einsatzleitung der Polizei ließ Spezialisten der Kriminaltechnik zum Tatort kommen. Die Beamten nahmen noch in der Nacht umfangreiche Untersuchungen rund um den Explosionsort vor.

Wie die Polizei am Sonntag weiter mitteilte, stellten die Spezialisten Reste eines Pulvers sicher. Dabei handelte es sich um Schwarzpulver. Die Ermittler vermuten, dass es aus einem Feuerwerkskörper stammen könnte.

Möglicherweise hat der 30-Jährige einen oder mehrere illegale sogenannte Polenböller geöffnet und das darin enthaltene Schwarzpulver herausgelöst. Die verbotenen Knallkörper enthalten wesentlich größere Mengen an Schwarzpulver als zugelassene und frei verkäufliche Pyrotechnik.

Die Straße wurde für mehrere Stunden gesperrt

Wie der Mann das Pulver dann zur Detonation gebracht hat, ist bisher noch unklar. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Verdächtige die Explosion unbeabsichtigt herbeigeführt haben könnte.

Gegen den 30-Jährigen ist ein Ermittlungsverfahren wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion eingeleitet worden. Während des Polizei- und Feuerwehreinsatzes war das Wohnhaus teilweise geräumt. Die Wendenschlossstraße wurde fast drei Stunden lang zwischen Charlottenstraße und Dorotheenstraße gesperrt.