Stahnsdorf

Brand in Flüchtlingsunterkunft - Feuerwehr im Großeinsatz

Das Gebäude wurde evakuiert. 200 Bewohner wurden in Sicherheit gebracht, sieben wurden verletzt. Ein 25-Jähriger wurde festgenommen.

Die Flüchtlingsunterkunft in Stahnsdorf wurde evakuiert

Die Flüchtlingsunterkunft in Stahnsdorf wurde evakuiert

Foto: Thomas Peise

Sieben Menschen sind bei einem Brand in einem Flüchtlingsheim in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) verletzt worden. Die Polizei hat Sonntagmorgen einen Bewohner der Unterkunft festgenommen. Der 25-jährige Somalier soll an zwei Stellen aus unbekannten Gründen Feuer gelegt haben.

Gegen 1.50 Uhr war durch die Brandmeldeanlage der Einrichtung in der Ruhlsdorfer Straße Alarm ausgelöst worden. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion West weiter mitteilte, hatte ein Wachschutzmitarbeiter gleich nach dem Feueralarm im dritten Obergeschoss des stark verqualmten Treppenhauses einen brennenden Kleidersack entdeckt. Der Mann erstickte die Flammen mit einem Handfeuerlöscher, erlitt dabei aber eine Rauchvergiftung. Wegen der Verqualmung evakuierten die Rettungskräfte das Gebäude vorsorglich.

Noch während dieser Aktion meldeten Zeugen, dass es im Obergeschoss des Nachbargebäudes ebenfalls brenne. Feuerwehrleute rannten dort hin und stießen auf einen brennenden Papierkorb in einer Herrentoilette. Auch dieser Brandherd wurde schnell gelöscht, bevor die Flammen auf andere Gegenstände oder Gebäudeteile übergreifen konnten.

Etwa 200 Menschen mussten nach Polizeiangaben das Übergangswohnheim verlassen. Helfer geleiteten sie in ein benachbartes Bowlingcenter, wo sie auch medizinisch betreut wurden. Sechs Bewohner kamen anschließend mit Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus. Bei den ersten Ermittlungen ergab sich, dass Zeugen einen Mann beobachtet hatten, der direkt nach dem Auslösen des Brandmelders in das Nachbargebäude gerannt war. Auch am zweiten Brandort war er dann von Zeugen beobachtet worden. Die Polizei nahm den Verdächtigen fest. Die ersten Vernehmungen des mutmaßlichen Brandstifters haben noch keine Hinweise auf ein Motiv erbracht.

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