Erste Fälle bekannt

Zwei Horrorclowns überfallen Mann in Berlin

Die als Clowns maskierten Täter stürzten sich auf einen 25-Jährigen. Auch in Brandenburg gibt es erste Fälle.

Nach den USA, Großbritannien und verschiedenen Städten in Deutschland sind sogenannte „Horror-Clowns“ jetzt auch in Berlin aktiv. Bei diesem erstmals in den USA aufgetretenen Phänomen verkleiden sich Menschen als möglichst gruselige Clowns. So maskiert erschrecken sie Passanten, bedrohen sie oder verletzen sie sogar.

Zwei als Clowns maskierte Personen haben am Freitagabend versucht, einen Mann in Lichtenrade auszurauben. Wie die Polizei mitteilte, soll einer der maskierten Täter gegen 22 Uhr den 25-jährigen Mann in der Bahnhofstraße von hinten gepackt haben. Anschließend habe er Geld von seinem Opfer gefordert. Zeitgleich hat sich der zweite Täter mit einem Stock bewaffnet und dem Mann von vorne genähert. Dem 25-Jährigen gelang es, sich aus der Umklammerung loszureißen.

Die beiden maskierten Räuber flüchteten ohne Beute in Richtung Goltzstraße. Bei dem versuchten Überfall verletzte sich der 25 Jahre alte Mann leicht am Finger. Er alarmierte von zu Hause aus die Polizei. Bei der anschließenden Befragung gab er zu Protokoll, dass einer der Täter mit einer Maske eines lustigen Clowns maskiert war. Der zweite Täter versteckte seine Gesicht hinter der Maske eines gruseligen Clowns. Einer der beiden Kriminellen trug eine gelbe, der andere eine blaue Perücke.

Grusel-Clown - Berliner Polizei warnt Nachahmer

Der Überfall in Lichtenrade sei nun der erste bekannte Fall eines gewalttätigen Übergriffs von als Clowns verkleideten Kriminellen, hieß es bei der Berliner Polizei. „Ob die Täter die Clownsmasken nur getragen haben, um unerkannt eine Straftat zu begehen, oder um als sogenannte Horror-Clowns Leute zu erschrecken, werden die Ermittlungen ergeben“, hieß es bei der Polizei. Bevor man die Täter nicht gefasst habe, seien alle Mutmaßungen zu den Hintergründen reine Spekulation.

Weitere Fälle sind aus Berlin nicht bekannt. Doch die Behörde befürchtete offenbar am Freitagabend Nachahmungstaten. Aus diesem Grund hatte die Polizei am Freitag in einem Facebook-Post potenzielle „Horror-Clowns“ vor den Konsequenzen gewarnt, und den Bürgern Tipps gegeben, wie sie sich im Ernstfall verhalten sollten.

Was Grusel-Clowns antreibt und warum wir uns fürchten

Wer sich einem solchen „Grusel-Clown“ gegenübersieht, solle das „laut mitteilen“, rät die Polizei. Wenn die Situation bedrohlich oder gefährlich wirkt, solle man den Notruf 110 wählen. Auch in Brandenburg, in Bernau, Wittenberge und Königs Wusterhausen, sind am Freitag Maskierte aufgetaucht und haben Passanten erschreckt, teilte die Polizei in Potsdam mit. Verletzt wurde niemand. „Wir finden das #nichtlustig. Seien Sie #8sam!“, schrieb die Brandenburger Polizei auf ihrem Twitter-Account „@PolizeiBB“. In Gelsenkirchen hatten Maskierte einen 33-jährigen Mann mit einem Messer angegriffen und ihn verletzt. Die gefilmten Aktionen werden oft im Internet veröffentlicht.

Seit einigen Tagen registrieren die deutschen Behörden vermehrt Übergriffe und Angriffe bewaffneter Clowns, die mit dem anstehenden Halloween zu tun haben. Die Täter in unheimlichen Kostümen erschrecken und bedrohen Passanten. In Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) griffen Maskierte einen 33-jährigen Mann mit einem Messer an und verletzten ihn leicht. Die gefilmten Aktionen werden häufig anschließend im Internet veröffentlicht. mit dpa