Berlins Polizei fahndet

Wie falsche „Fernsehtechniker“ Berliner zu Hause bestehlen

Zwei Männer geben sich als Fernsehtechniker aus und bestehlen ältere Menschen in ihren Wohnungen. Ein Fahndungsaufruf.

Die falschen Techniker fordern ihre Opfer auf, in der Wohnung die TV-Kanäle durchzuschalten.  Dann klauen sie Portemonnaies und Dokumente

Die falschen Techniker fordern ihre Opfer auf, in der Wohnung die TV-Kanäle durchzuschalten. Dann klauen sie Portemonnaies und Dokumente

Foto: Robert Schlesinger / dpa

In Lichterfelde, Marienfelde und Buckow waren am Donnerstag zwei falsche Fernsehtechniker unterwegs, um ältere Menschen in deren Wohnungen zu bestehlen. Zunächst gelangten sie kurz nach 16 Uhr unter dem Vorwand, den Fernsehanschluss überprüfen zu wollen, in die Wohnung einer 88-Jährigen im Wormbacher Weg.

Sie forderten die Wohnungsinhaberin auf, zunächst ihre Kanäle durchzuschalten und schließlich in den Keller zu gehen. Aufmerksamen Nachbarn fiel die seltsame Situation auf. Sie sprachen einen der Männer an und drängten ihn aus dem Haus, woraufhin beide Tatverdächtigen die Flucht ergriffen.

Klopfen, Schlitzen, Rempeln - die Tricks der Taschendiebe

Etwa eine Stunde später standen sie dann vor der Wohnung einer 91-Jährigen in der Greulichstraße. Dort stießen sie ihr Opfer nach dem Öffnen der Tür regelrecht in die Wohnung. Die hochbetagte Dame fiel dabei auf ihren Ellenbogen, verletzte sich aber zum Glück nur leicht. Auch sie sollte dann ihre Fernsehkanäle durchschalten, wurde aber schließlich misstrauisch und äußerte dies auch gegenüber den Männern.

Die Seniorin erwartete den Besuch ihres Sohnes, was sie den „Technikern“ auch mitteilte. Daraufhin verließen beide fluchtartig die Wohnung. Hinterher bemerkte das Opfer den Verlust zweier Portemonnaies mit Bargeld und Dokumenten.

Gegen 17.45 Uhr klingelten die Tatverdächtigen schließlich bei einem Ehepaar, 88 und 92 Jahre alt, im Heideläuferweg, um angeblich Kabelanschlüsse zu kontrollieren. Auch hier sollten die Geschädigten die Programme ihres TV-Geräts umschalten. Nachdem die Männer die Wohnung wieder verlassen hatten, stellte das Ehepaar das Fehlen von Bargeld sowie von Bankkarten und persönlichen Unterlagen fest.

Beschreibung der falschen „Fernsehtechniker“

Der Wortführer wird beschrieben als 30 bis 45 Jahre alt, 175 bis 180 cm groß, schlank, schwarze nach hinten gegelte Haare, möglicherweise Südosteuropäer, war bekleidet mit einem schwarzen/dunkelgrauen Anzug bzw. Sakko und weißem Hemd.

Der Begleiter war etwa 25 bis 35 Jahre alt, 180 bis 190 cm groß, schlank, kurze dunkelblonde Haare, bekleidet mit einem weißen Hemd, orangefarbener bzw. rotbrauner Weste oder Pullover und blauer Jeanshose.

Nach Angaben der Geschädigten führten die beiden Männer einen Ausweis der aussah, wie ein Ausweis der Telekom, sowie ein technisches Gerät, angeblich zum Messen von Signalen, mit sich.

Die Ermittler fragen:

- Wer kann Angaben zu den beschriebenen Männern machen?

- Wer wurde möglicherweise auch Opfer dieses Duos?

Hinweise nimmt an das Fachkommissariat des Landeskriminalamtes in 12101 Berlin-Tempelhof, Tempelhofer Damm 12, unter der Rufnummer 030/4664 - 926 300 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die Polizei rät:

- Lassen Sie nie fremde Personen in Ihre Wohnung!

- Nur Handwerker einlassen, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt wurden.

- Im Zweifel vor Einlass bei der beauftragenden Behörde, Firma oder Hausverwaltung anrufen. Die Telefonnummer immer selbst heraussuchen oder wählen!

- Ziehen Sie bei Bedarf Menschen Ihres Vertrauens (z. B. Nachbarn, Hausmeister) hinzu!

- Rufen Sie im Zweifel sofort den Polizeinotruf 110 an!

Die Ansprechpartner für Seniorensicherheit des Landeskriminalamtes sind für weitere Fragen telefonisch unter der Rufnummer (030) 4664 – 979 222 zu erreichen. Einmal monatlich werden am Columbiadamm 4, in Tempelhof (U-Bahnhof Platz der Luftbrücke), Informationsveranstaltungen durchgeführt, die mit vorheriger Anmeldung besucht werden können.

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