Landgericht Berlin

Obdachloser zu Tode geprügelt - Angeklagte schweigen

Im Februar sollen die beiden Angeklagten einen Mann so lange getreten haben, bis er seinen Verletzungen erlag. Nun begann der Prozess.

Nach einer tödlichen Prügelattacke gegen einen obdachlosen Mann am Berliner Hauptbahnhof haben zwei Angeklagte vor dem Landgericht am Montag geschwiegen. Die Anklage legt einem 43-jährigen Mann und einer 19 Jahre alten Frau, die ebenfalls keine Wohnung hatten, Totschlag zur Last.

Beide sollen bei der Tat im Februar 2016 mehrfach auf das 50 Jahre alte Opfer eingetreten haben. Die Verteidiger erklärten zu Prozessbeginn am Montag, frühere Angaben ihrer Mandanten bei der Polizei seien nicht zu verwerten. Die Angeklagten hätten damals unter Einfluss von Alkohol gestanden.

Opfer mit mehr als 50 Tritten misshandelt

Hintergrund des mutmaßlichen Verbrechens sei möglicherweise ein Streit um einen Schlafplatz gewesen, hieß es am Rande des Prozesses. Die ersten Tritte seien von dem 43-Jährigen ausgegangen, heißt es in der Anklage. Die Frau habe sich spontan beteiligt. Sie hätten das Opfer mit mehr als 50 zum Teil stampfenden Tritten misshandelt und den Tod des Mannes zumindest billigend in Kauf genommen.

Die Angeklagten waren zwei Wochen nach dem mutmaßlichen Angriff festgenommen worden. Auf ihre Spur hatten unter anderem Bilder aus einer Überwachungskamera geführt. Beide Beschuldigten sollen unter Alkoholsucht leiden. Der Prozess wird am 7. September fortgesetzt.