Berlin-Steglitz

Polizisten legen rabiatem Radfahrer Fessel und Mundschutz an

Weil er bei Rot über die Straße fuhr, wollten Polizisten den Radfahrer kontrollieren. Der Mann wurde gewalttätig, schrie und spuckte.

Blaulicht

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Foto: Jens Wolf / dpa

Es begann mit einem Rotlichtverstoß – am Ende leitete die Polizei gegen einen Radfahrer ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ein. Nach Angaben der Polizei vom Montag war der 41-Jährige am Sonntagabend mit einem Fahrrad in der Albrechtstraße in Steglitz unterwegs. Gegen 21.40 Uhr fiel er einer Polizeistreife auf, weil er eine rote Ampel ignorierte. Die Beamten hielten den Radfahrer an.

Der 41-Jährige sollte sich gegenüber den Beamten ausweisen, wie die Polizei weiter mitteilte. Doch der Mann weigerte sich kategorisch. Trotz mehrfacher Aufforderung wollte er kein Personaldokument zeigen.

Die Geschehnisse nahmen daraufhin ihren Lauf. „Auch als die Polizisten ihm mitteilten, ihn nach Ausweisdokumenten durchsuchen zu müssen, verweigerte der Mann die Herausgabe seiner Papiere. Als die Beamten an ihn herantraten und ihn durchsuchen wollten, versteifte der Radfahrer seinen Körper, klammerte sich an sein Rad und trat mehrfach um sich“, sagte ein Polizeisprecher am Montag weiter.

Der Ausweis steckte in der Hosentasche des Mannes

Die Polizisten „brachten ihn daraufhin zu Boden und legten ihm die Handfessel an“, hieß es. Der Mann leistete den Angaben zufolge weiterhin Widerstand und schrie herum. In der Hosentasche des 41-Jährigen wurden die Beamten fündig: Dort befand sich der Ausweis, den der Radfahrer unter allen Umständen nicht hatte vorzeigen wollen. Nunmehr war der Name des Rotlichtsünders für das Anfertigen einer Anzeige bekannt.

Bei der Rangelei während der Festnahmeaktion hatte der 41-Jährige sich leichte Schürfwunden im Gesicht zugezogen. Die Polizisten alarmierten daher einen Rettungswagen, doch die Sanitäter waren der Ansicht, dass die Blessuren nicht behandlungsbedürftig waren. Als der Mann daraufhin zu einer Gefangenensammelstelle gebracht werden sollte, spuckte er den Polizeiangaben zufolge mehrfach in das Fahrzeug, sodass ihm ein Mundschutz angelegt wurde.

Mit einem renitenten Bürger haben es auch Bundespolizisten in Lichtenberg zu tun bekommen. Als sie dort auf dem Bahnhof am Sonntagmorgen einen pöbelnden 18-Jährigen kontrollierten, widersetzte er sich und behauptete, Reizgas dabei zu haben. Während der folgenden Durchsuchung stieß er einen Beamten zur Seite. Auch gegen den 18-Jährigen wird wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.