Brand in Berlin

Die Werkstatthalle in Lichtenberg ist nur noch eine Ruine

Nach dem Brand in einer 2000 Quadratmeter großen Werkstatthalle in Lichtenberg besteht Einsturzgefahr. Autos von Kunden verbrannten.

An der Werkstatthalle stehende Autos wurden von der Hitzeeinwirkung beschädigt. Das Gebäude gilt inzwischen als einsturzgefährdet

An der Werkstatthalle stehende Autos wurden von der Hitzeeinwirkung beschädigt. Das Gebäude gilt inzwischen als einsturzgefährdet

Foto: Steffen Pletl

Mehr als 15 Stunden nach dem Ausbruch des Großbrandes in einer Lagerhalle in Lichtenberg dauerte am Freitagabend der Feuerwehreinsatz weiter an. Von dem etwa 2000 Quadratmeter großen Gebäude im Gewerbegebiet in der Straße Am Wasserwerk standen lediglich noch die Backsteinfassaden. Einsatzkräfte von zwei verbliebenen Löschzügen pumpten unablässig ein Gemisch aus Wasser und Löschschaum auf verbliebene Glutnester, die immer wieder im Inneren der restlos zerstörten Halle aufloderten.

Rings um das zerstörte Gebäude errichteten Mitarbeiter des Eigentümers bereits am Nachmittag einen Bauzaun zur Gefahrenabwehr. Zahlreiche im Bereich der dort untergebrachten Werkstätten abgestellte Autos von Kunden waren zu diesem Zeitpunkt längst ein Raub der Flammen geworden, begraben von zwischenzeitlich eingestürzten Stahlträgern. Immerhin: Ein unmittelbar an der Halle abgestellter Oldtimer blieb verschont. Die Ursache für das Feuer ist bislang unklar und soll nach Angaben der Polizei von einem Brandkommissariat aufgeklärt werden.

Reste des Gebäudes sind einsturzgefährdet

In der Nacht zu Freitag war die Feuerwehr kurz vor 3 Uhr zum Großbrand ausgerückt. Die zuerst eintreffenden zwei Löschstaffeln mussten feststellen, dass der Brand den Backsteinbau, in dem einst der Betrieb "Elektrokohle Lichtenberg“ untergebracht gewesen war, bereits in ganzer Ausdehnung erfasst hatte. Vier weitere Staffeln wurden nach Angaben der Feuerwehr umgehend nachalarmiert. Eine weithin sichtbare Rauchsäule stand über Lichtenberg. Mehrfach kam es zu Verpuffungen und kleineren Explosionen. 70 Einsatzkräften gelang es nach etwa vier Stunden, den Großbrand unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern.

Die Feuerwehr konnte den Großbrand lange Zeit nur von außen löschen, zum Teil von Drehleiterwagen aus. Erschwert wurde die Brandbekämpfung durch den Umstand, dass die Löschwasserversorgung über mehrere Hundert Meter Entfernung sichergestellt werden musste, sagte Rolf Erbe, Sprecher der Berliner Feuerwehr, der Berliner Morgenpost. Verletzt wurde niemand. Die nächstgelegenen Wohnhäuser befanden sich nach Angaben Erbes in mehr als 100 Meter Entfernung, so- dass für Anwohner keine Gefahr bestand. Während des Einsatzes blieb die Straße Am Wasserwerk zwischen Reinhardsbrunner Straße und Herzbergstraße gesperrt.

Noch zu klären, ob Brandschutz eingehalten wurde

Da die Reste des Gebäudes einsturzgefährdet sind, kann es vorerst nicht betreten werden. Bereits in der Nacht war das Dach der etwa 18 Meter hohen Lagerhalle eingebrochen. Das Bezirksamt Lichtenberg teilte am Freitag mit, dass Mitarbeiter der Bauaufsicht nicht vor Mitte kommender Woche über den Umgang mit der Brandruine beraten werden.

Das benachbarte vietnamesische Einkaufszentrum Dong Xuan war von dem Brand nicht betroffen. Erst vor drei Monaten hatte die Feuerwehr dort einen Großeinsatz. Am 11. Mai war an der Herzbergstraße eine 5000 Qua­dratmeter große Lagerhalle, die sich neben dem Asia-Center befand, durch ein Feuer zerstört worden. Die Abrissarbeiten dort dauern nach wie vor an. Der Brand war nach Erkenntnissen der Ermittler durch Funkenflug entstanden. Das Feuer war also nicht absichtlich gelegt worden.

Ob das jüngste Feuer Folge einer vorsätzlichen Brandstiftung war, müssen die Untersuchungen zeigen. In dem Zusammenhang sei nach Aussage von Feuerwehrsprecher Rolf Erbe zu klären, ob die Bestimmungen des Brandschutzes für das niedergebrannte Gebäude eingehalten wurden und den Vorschriften entsprachen.