Gewalt am Alexanderplatz

Mann offenbar wegen Frauen-Outfit beleidigt und geschlagen

In Mitte ist ein Mann in Frauenkleidern verprügelt und beleidigt worden. Der Täter hielt den Geschlagenen zunächst für eine Frau.

Auf dem Alexanderplatz wurde ein Mann verprügelt und beleidigt

Auf dem Alexanderplatz wurde ein Mann verprügelt und beleidigt

Foto: Jörg Krauthöfer

Am Alexanderplatz ist zum wiederholten Mal ein Mann bei einem homophoben Übergriff attackiert und verletzt worden. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, ereignete sich der Angriff in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch um kurz vor Mitternacht. Der Angreifer entfernte sich nach der Tat zunächst, alarmierte Polizeibeamte konnten allerdings schon kurze Zeit später einen dringend Verdächtigen noch in Tatortnähe festnehmen.

Täter hielt das Opfer zunächst für eine Frau

Nach ersten Erkenntnissen war das 19 Jahre alte Opfer in Frauenkleidern unterwegs und nicht als Mann zu erkennen. Nicht nur aufgrund seiner Bekleidung, sondern auch wegen seiner femininen Gesichtszüge habe er eindeutig wie eine Frau gewirkt, noch dazu wie eine äußerst attraktive Frau, hieß es. Gegenüber der von ihm selbst alarmierten Polizei gab das Opfer an, der Mann habe ihn zunächst ganz normal angesprochen, offenbar um mit ihm „anzubändeln“.

Als der Täter jedoch bemerkte, dass es sich bei der vermeintlichen Frau in Wirklichkeit um einen Mann handelte, änderte sich sein Verhalten jedoch radikal. Er beschimpfte und beleidigte den 19-Jährigen zunächst mehrfach lautstark und in unflätiger Weise. Anschließend ging er brutal auf sein Opfer los. Er versetzte ihm zuerst einen Faustschlag ins Gesicht und anschließend in Kung-Fu-Manier einen massiven Tritt gegen den Oberkörper, durch den der 19-Jährige sofort zu Boden ging.

Nachdem er das Opfer dann noch mehrmals beschimpft und beleidigt hatte, entfernte er sich. Von den alarmierten Polizeibeamten wurde der ebenfalls 19 Jahre alte Mann kurz darauf festgenommen. Die Beamten leiteten gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ein. Das Opfer lehnte nach Polizeiangaben trotz der erlittenen Verletzungen eine ärztliche Behandlung ab.

Im Bereich rund um den Alexanderplatz gab es vor allem in den vergangenen Wochen wiederholt Angriffe dieser Art, die die Polizei als Hasskriminalität wertet. Vor einer Woche wurden auf dem Platz zwei 20 und 36 Jahre alte Männer angegriffen und verletzt. Ein Polizist auf dem Weg zum Dienst schritt ein und konnte einen der Angreifer festnehmen. Am 30. Juli wurden drei Homosexuelle vor dem Bahnhofsgebäude am Alex von vier Männern zunächst beleidigt und dann attackiert, wobei die Täter nicht nur zuschlugen, sondern auch Reizgas versprühten. Die Opfer mussten von Rettungskräften behandelt werden.

Einen ähnlichen Fall hatte es am 25. Juli gegeben, als ein 23-Jähriger auf dem Heimweg vom CSD-Umzug im U-Bahnhof Alexanderplatz auf seinen Zug wartete. Drei Männer bemerkten den auffällig gekleideten Mann, beleidigten ihn zunächst und schlugen dann auf ihn ein.