Prozess

Fast neun Jahre Haft - Nachbar nach Zechgelage erdrosselt

Weil er seinen Nachbarn nach einem Zechgelage erdrosselt hat, muss ein Mann aus Hellersdorf acht Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

Ein 49-jähriger Mann muss nach einem tödlichen Angriff auf einen befreundeten Nachbarn im Rollstuhl für acht Jahre und zehn Monate in Haft. Nach einem Zechgelage in Berlin-Hellersdorf vor vier Monaten habe der Angeklagte das 63 Jahre alte Opfer aus ungeklärten Gründen attackiert, befand das Landgericht am Mittwoch. Der geständige Mann sei des Totschlags schuldig. Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwalt und Verteidiger.

Die Männer hatten im März in der Wohnung des 63-jährigen Behinderten gezecht. Nach dem Trinkgelage mit drei Flaschen Schnaps habe der Angeklagte den hilflosen Freund umgestoßen und erdrosselt, hieß es im Urteil. Mit zehn Euro und der EC-Karte des Opfers habe er die Wohnung verlassen und kurz darauf am Geldautomaten gesehen, dass sich nur 62 Cent auf dem Konto befanden.

Die Anklage lautete auf Raubmord. Nach der Beweisaufnahme war der Staatsanwalt aber davon abgerückt. Der Angeklagte habe nicht getötet, um mit der EC-Karte des Opfers Geld abzuheben, sagte der Vorsitzende Richter. Das Motiv sei offen geblieben. Nach dem Tod seiner Frau drei Monate vor der Tat habe der alkoholabhängige Angeklagte jeglichen Halt verloren. Das Gericht ging von verminderter Schuldfähigkeit aus.