Kreuzberg

Zahl der Drogendelikte am Kottbusser Tor steigt deutlich

Antänzer, Taschendiebe, Dealer - die Gegend um das Kottbusser Tor gilt als gefährlich. Vor allem die Zahl der Drogendelikte steigt.

Am Kottbusser Tor pulsiert das Leben. Er ist aber auch ein Ort der Kriminalität

Am Kottbusser Tor pulsiert das Leben. Er ist aber auch ein Ort der Kriminalität

Foto: Steffen Pletl

Die Kriminalität rund um das Kottbusser Tor nimmt offenbar weiter zu. Das gilt insbesondere für Drogendelikte und Taschendiebstähle. Inoffiziell wurde der Berliner Morgenpost am Mittwoch bestätigt, die Zahl der Drogendelikte habe im ersten Halbjahr 2016 bereits höher gelegen als im gesamten Jahr 2015. Bis zum 30. Juni registrierte die Polizei 346 Taten, 2015 waren es insgesamt 339. Ein deutlicher Anstieg ist auch bei Taschendiebstählen zu erwarten. Hier wurden im ersten Halbjahr 2016 473 Delikte erfasst, im gesamten Vorjahr waren es 787. Einen Anstieg gab es offenbar auch bei Raubtaten und Körperverletzungen und Widerstandshandlungen.

Die BZ hatte zuvor berichtet, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien 52 Raubtaten (2015 insgesamt 83), 49 Körperverletzungen (Vorjahr 67) und 32 Widerstandshandlungen (Vorjahr 27) registriert worden. Die Polizei bestätigte diese Zahlen am Mittwoch nicht. In dem Zeitungsbericht sei aus einem internen Papier zitiert worden, das kommentiere man nicht, sagte ein Sprecher.

>>>Kiezreportage: Leben am Kottbusser Tor<<<

Die jetzt bekannt gewordenen Zahlen stehen in einem gewissen Widerspruch zu einer Mitteilung der Polizei in den sozialen Netzwerken. Dort war vor drei Wochen von einer Entspannung bei Taschendiebstählen rund um den Kottbusser Tor die Rede. Das Kottbusser Tor sei zwar nach wie vor ein Kriminalitätsschwerpunkt, rage aber berlinweit nicht mehr so deutlich. Diese Entwicklung sei der Gründung einer Ermittlungsgruppe und den verstärkten Anstrengungen der Beamten zuzuschreiben, hieß es weiter in der Mitteilung.

>> Wo Taschendiebe in Berlin besonders häufig zuschlagen

Ermittler berichten seit langem immer wieder davon, dass es zunehmend zu Konkurrenzkämpfen zwischen kriminellen Familienclans und osteuropäischen Banden auf der einen Seite sowie Tätergruppen aus Nordafrika, die erst vor Kurzem aufgetaucht sind, kommt. Dies gilt nach Angaben aus der zuständigen Polizeidirektion 5 für das gesamt Areal zwischen dem Kottbusser Tor, dem Schlesischen Tor und dem RAW-Gelände an der Warschauer Straße.

Nachdem es im vergangenen Jahr zunehmend brutalere Raubüberfälle, insbesondere auf Touristen gab, hatte die Polizei sowohl ihre sichtbare Präsenz als auch den Einsatz von Zivilkräften in diesem Kriminalitätsbrennpunkt, einem von vier in Berlin, ganz erheblich ausgebaut. hhn