Glienicke/Nordbahn

75-Jährige getötet - Staatsanwaltschaft geht von Mord aus

In Glienicke/Nordbahn ist eine 75-jährige Frau erstochen aufgefunden worden. Die Polizei geht von einem Mord aus.

Eine 75-Jährige ist leblos auf dem Hof eines Mehrfamilienhauses in der Koebisstraße in Glienicke/Nordbahn gefunden worden

Eine 75-Jährige ist leblos auf dem Hof eines Mehrfamilienhauses in der Koebisstraße in Glienicke/Nordbahn gefunden worden

Foto: Thomas Peise

Ein schweres Verbrechen erschüttert die 12.000 Einwohner der Gemeinde Glienicke/Nordbahn (Oberhavel) nördlich der Berliner Stadtgrenze. Auf einem Hof eines Mehrfamilienhauses ist am Montag die Leiche einer 75 Jahre alten Frau entdeckt worden. Die Polizei vermutet ein Tötungsverbrechen, wie Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mordfall aus. Hintergrund sollen Streitigkeiten zwischen dem 82 Jahre alten Vermieter und der Frau gewesen sein, wie Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer am Dienstag sagte. Nähere Angaben machte er nicht.

Der Mann soll die Frau Montagmittag auf dem Hof mit einem Messer angegriffen und niedergestochen haben. Der Angriff sei „überraschend“ erfolgt, hieß es. Die 75-Jährige, die zusammen mit ihrem Mann in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses am Berliner Stadtrand lebte, starb noch am Tatort.

Die 75-Jährige war nach Polizeiangaben am Vormittag gegen 11.20 Uhr leblos entdeckt worden. Die Frau soll nach Angaben eines Ermittlers in einer großen Blutlache auf dem Boden gelegen haben. Bereits wenige Minuten nach dem Leichenfund habe die Polizei einen 82 Jahre alten Mann festgenommen, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Er sollte einem Haftrichter vorgeführt werden. Außerdem wurde die Obduktion der Frau angeordnet.

Gerüchte um Streit über Mietzahlungen

Am Mittag trafen am Tatort in der Koe­bisstraße, die unmittelbar von der Bundestraße 96 in östliche Richtung führt, mehrere Beamte der Mordkommission sowie Kriminaltechniker ein. Beamte in weißen Schutzanzügen untersuchten das Grundstück und das dreigeschossige Wohngebäude mehr als drei Stunden lang akribisch nach Spuren. Danach wurde die Tote zur Untersuchung durch die Gerichtsmedizin abtransportiert. Ein VW Touareg, offenbar der Wagen des Verdächtigen, wurde von Kripo sichergestellt.

Unterdessen spekulierten Bewohner der Umgebung über Hintergründe des Verbrechens. Zwischen dem Opfer und dem Verdächtigen soll es einen lange schwelende Auseinandersetzung gegeben haben. Der Ehemann der Getöteten sei in der Gemeinde ein allseits bekannter Bauunternehmer. Bei dem 82-Jährigen soll es sich um den Vermieter des Opfers handeln, so eine Anwohnerin. Ein anderer glaubte zu Wissen, dass es zwischen den beiden Streitigkeiten um Mietzahlungen gab.

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