Turmstraße

Mann klaut Polizist die Waffe und schießt sich in den Bauch

In der Turmstraße hat am Morgen ein offenbar psychisch Kranker einem Polizisten eine Waffe entwendet und sich in den Bauch geschossen.

Ein offenbar psychisch äußerst labiler Mann hat am Sonntag in Moabit die Polizei und die Feuerwehr in Atem gehalten. Der aggressive 38-Jährige war am Morgen zunächst splitternackt in der Turmstraße unterwegs, pöbelte herum und schlug Passanten. Einem alarmierten Polizisten entriss der Mann später bei einem Gerangel die Dienstwaffe, mit der er sich schließlich durch einen Schuss selbst schwer verletzte. Die an dem Einsatz beteiligten Polizisten blieben unversehrt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sei der nackte Mann Passanten kurz vor 8.30 Uhr in der Turmstraße aufgefallen. Nach Angaben von Zeugen soll er geschrien und arglose Passanten beschimpft und eine Frau und einen Mann offenbar auch geschlagen haben. Zudem soll der 38-Jährige, der laut Polizei in der Nähe in einer betreuten Wohngemeinschaft leben soll, sich in Höhe der Einmündung Bremer Weg auf den Gehweg und die Fahrbahn gelegt haben. Passanten riefen daraufhin Polizei und Feuerwehr. Als eine Funkstreife eintraf, versuchten ein Beamter und dessen Kollegin gemeinsam, beruhigend auf den Mann einzuwirken, sagte Polizeisprecherin Patricia Brähmer. Die Feuerwehr sei zunächst wegen eines psychiatrischen Notfalls ausgerückt. Es wurde ein aufgebrachter, nackter Mann gemeldet, hieß es am Sonntag in der Einsatzleitstelle.

Der 38-Jährige ließ sich trotz aller Versuche der zuerst eingetroffenen Beamten nicht beruhigen, Plötzlich eskalierte die Situation. „Als der Mann fixiert werden sollte, gelang es ihm, dem Beamten die Dienstpistole aus dem Holster zu entreißen“, so die Sprecherin weiter. Der Beamte hatte die Waffe nicht auf die Person gerichtet. Der Mann richtete die Waffe gegen sich selbst und gab einen Schuss ab. Das Projektil traf die rechte Bauchseite. Der Verletzte wurde von einem Rettungswagen in die Rudolf-Virchow-Klinik in Wedding eingeliefert, wo er umgehend operiert wurde. Die Hintergründe, die den 38-Jährigen so handeln ließen, sind noch völlig unklar.

Kripo rekonstruiert Hergang des Zwischenfalls

Die Polizei sperrte den Schauplatz des Geschehens weiträumig ab. Eintreffende Kriminalbeamte begannen mit der Befragung von Passanten auf der Suche nach Zeugen zur Rekonstruktion des Vorgangs. Sie sprachen unter anderem mit Angestellten umliegender Geschäfte. Kriminaltechniker erstellten Fotos und sicherten Spuren. Die Turmstraße war bis zum Abschluss des Großeinsatzes zwischen der Stromstraße und der Einmündung Jonasstraße bis 11.30 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die BVG musste Busse umleiten.