Nach Herzschmerzen

65-jähriger Radfahrer stirbt beim Velothon in Berlin

Der Velothon-Teilnehmer klagte über Herzschmerzen und wandte sich an einen Ordner. Dann brach er bewusstlos zusammen.

Das Teilnehmer-Feld vor dem Schloss Bellevue

Das Teilnehmer-Feld vor dem Schloss Bellevue

Foto: Sergej Glanze

Der neunte Berliner Velothon der Radsportler ist am Sonntag von einem Todesfall überschattet worden. Ein 65 Jahre alter Teilnehmer starb im Krankenhaus, wie der Veranstalter mitteilte.

Der erfahrene Hobbyradler stieg nach etwa 15 Kilometern der 60 Kilometer-Strecke vom Rad, klagte über Schmerzen in der Brust und brach zusammen. Trotz umgehend eingeleiteter Reanimation durch einen Notarzt verstarb der langjährige Teilnehmer.

Wie die Polizei der Morgenpost bestätigte, wandte sich der Radfahrer am Sonntagvormittag gegen 9.30 Uhr in der Havelchausee in Grunewald an einen Ordner.

Bei sportlich fordernden Großveranstaltungen mit Tausenden von Teilnehmern kommt es immer wieder zu Unfällen, die blieben beim Velothon am Sonntag nach Angaben von Velothon-Sprecher Reinald Achilles aber auf einem „normalem Niveau“. Todesfälle hätte es in der Vergangenheit auch beim Velothon schon gegeben, sagte der Sprecher.

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich am Hermannplatz. Dort wurde ein Mann beim Überqueren der Strecke von Radfahrern erfasst, wie die Veranstalter des Velothons berichteten. Der Fußgänger wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand sei stabil, hieß es. Ein Radfahrer kam mit Schürfwunden ebenfalls ins Krankenhaus.

Ackermann wird U23-Meister

Die Veranstaltung verfolgten rund 200 000 Zuschauer. 11 500 Hobbyfahrer waren am Start. Sportlicher Höhepunkt waren die deutschen U23-Meisterschaften, die Pascal Ackermann aus Kandel gewann. Der Radsportler setzte sich auf der Straße des 17. Juni im Spurt einer größeren Spitzengruppe nach 171 Kilometern vor dem Erfurter Konrad Geßner und dem Berliner Willi Willwohl vom LKT-Team durch.

Der wohl bekannteste unter den 139 gemeldeten U23-Startern war Lennard Kämna aus Fischerhude. Der Junioren-Weltmeister im Zeitfahren von 2014 startet am kommenden Freitag bei den deutschen Titelkämpfen in Streufdorf/Thüringen zum ersten Mal im Elite-Bereich. Der Profi vom Zweitligisten Stölting hatte in Berlin nichts mit der Entscheidung zu tun.

Vor der U23 waren beim 9. Velothon knapp 12 000 Jedermänner über die Distanzen 60 und 120 Kilometer auf die Strecke gegangen. Die gesamte Innenstadt war fast komplett gesperrt. Das sonst in die Breitensport-Veranstaltung eingebettete Profirennen ProRace fiel in diesem Jahr aus.