Spektakulärer Einbruch

Polizei findet Fluchtauto der Rolex-Diebe vom Kudamm

Eine Streife entdeckte den BMW am Montag in Dahlem. Sieben Hinweise sind nach der Fotofahndung bei den Ermittlern eingegangen.

Mit diesen Zeichnungen sucht die Polizei nach den Rolex-Dieben

Mit diesen Zeichnungen sucht die Polizei nach den Rolex-Dieben

Foto: Polizei Berlin/Montage: Morgenpost

Die Polizei meldet einen ersten Erfolg bei der Fahndung nach dem spektakulären Einbruch in die Rolex-Boutique am Kurfürstendamm: Das Fluchtfahrzeug der Täter wurde gefunden. Eine Streife des Objektschutzes der Polizei entdeckte den schwarzen BMW Kombi der 3er-Reihe am Montagmorgen in Dahlem. Der Wagen war im Hüttenweg abgestellt worden. Da er unauffällig geparkt war, war er bisher niemandem aufgefallen. Der Streife erschien er jedoch verdächtig, weil er einen Unfallschaden am Heck aufwies. Die Rolex-Diebe hatten auf ihrer Flucht mit dem Auto ein sie verfolgendes Polizeifahrzeug gerammt.

Der Millionenraub war professionell vorbereitet

Wie die Polizei bestätigte, befanden sich an dem Auto nicht mehr die Kennzeichen, die vor dem spektakulären Einbruch von einem Wagen am Vorarlberger Damm in Schöneberg gestohlen worden waren. Vielmehr hatten die Täter später niederländische Nummernschilder montiert, die im Februar dieses Jahres im Nachbarland von einem Audi gestohlen worden waren. Dies kam heraus, als die Streifenwagenbesatzung die Kennzeichen des verdächtigen BMW überprüfte. Die erneute Tarnung des Autos ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Einbrecher ihren Millionen-Coup sehr professionell und akribisch vorbereitet haben.

>> Polizei fahndet mit Fotos nach Rolex-Einbrechern

Das Fluchtfahrzeug wurde von Beamten des Landeskriminalamtes im Hüttenweg untersucht. Anschließend wurde der BMW auf das Sicherstellungsgelände der Polizei in die Belziger Straße gebracht. Dort werden die Experten der Kripo das Auto näher untersuchen. Die Ermittler hoffen, im Inneren des Fahrzeuges eventuell kleinste Spuren sichern zu können, die zu den Tätern führen könnten.

Nachdem die Polizei am Sonntag einen groß angelegten Fahndungsaufruf zu dem Millionendiebstahl herausgegeben hatte, haben sich beim Landeskriminalamt bisher sieben Hinweisgeber gemeldet. Eine heiße Spur habe sich durch die neuen Informationen bisher nicht ergeben, berichtete eine Sprecherin der Polizei. Die Fahnder gehen den Hinweisen gezielt weiter nach. Die Ermittlungen werden vom Einbruchskommissariat geführt. Die Kripo hatte zwei verschiedene Phantomzeichnungen veröffentlicht, die einen der mutmaßlichen Diebe Hunderter Rolex-Uhren zeigen, die in der Nacht zum vergangenen Montag in das Geschäft eingedrungen waren. Die Zeichnungen variieren aufgrund unterschiedlicher Zeugenangaben leicht. Die Einbrecher hatten drei Türen mit Spezialwerkzeugen aufgebrochen.

Der Rolex-Coup am Kudamm
Der Rolex-Coup am Kudamm

Außerdem wurden Fotos gezeigt, auf denen zu sehen ist, wie einer der Einbrecher in einem der Räume eine Überwachungskamera außer Betrieb setzt, indem er die Linse mit Farbe aus einer Dose besprüht. Der Film aus der Überwachungskamera war zu einem privaten Fernsehsender gelangt und in der vergangenen Woche ausgestrahlt worden. Dies soll nach Informationen der Berliner Morgenpost bei der Kripo für Verärgerung gesorgt haben, weil so zu einem frühen Zeitpunkt der Ermittlungen Tatdetails öffentlich wurden. Diese wollten die Fahnder aus ermittlungstaktischen Gründen zu der Zeit noch nicht bekannt geben. Möglicherweise war der Film aus Kreisen der für das Geschäft zuständigen Sicherheitsfirma zu dem Sender gelangt.

Hinweise zu der Tat nimmt das Einbruchskommissariat des Landeskriminalamtes am Tempelhofer Damm 12 in Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664 – 944 321 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.