Neukölln

Polizei nimmt fünf Mitglieder einer Einbrecherbande fest

Den Männern werden insgesamt 41 Straftaten vorgeworfen. In der Nacht zu Montag brachen sie in ein Tabaklager ein.

Die Einbrecher waren bei der Auswahl der Beute nicht eben wählerisch. Möbel, Matratzen, Unterhaltungselektronik aus Berliner Lagerhallen oder, wie zuletzt in der Nacht zu Dienstag, Tabakwaren wurden gestohlen und zu Geld gemacht. Dank intensiver Ermittlungen ist die Einbruchsserie gestoppt, am Dienstagmorgen klickten die Handschellen. Zwei der Festgenommenen sind Angehörige des arabischen Remmo-Clans, die übrigen sind Albaner.

Kurz nach Mitternacht konnten die fünf jungen Männer mit dem Diebesgut – Tabakwaren aus einem Lager an der Gottlieb-Dunkel-Straße in Tempelhof, die sie in einen VW-Transporter geladen hatten – zunächst noch flüchten. Doch die Fahnder waren ihnen längst auf der Spur. Um 4 Uhr nahm die Polizei drei der fünf Tatverdächtigen an der Hermannstraße in Neukölln fest. Beamte einer Hundertschaft fassten ihre beiden Komplizen wenig später in deren Wohnungen in Buckow und in der Gropiusstadt.

Mehrere Monate lang hatten Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Kriminellen im Alter von 18 bis 33 Jahren ermittelt. Die Männer hatten zum Transport des Diebesguts gestohlene Kleintransporter benutzt und nach Angaben der Ermittler auch beim Tanken grundsätzlich nicht bezahlt.

Gesamtwert der Beute beträgt rund 100.000 Euro

Auch bei der Beschaffung der Transporter ging die Bande sehr dreist vor. Die Diebe legten sich laut Polizei bei Lieferfirmen auf die Lauer und stahlen die Fahrzeuge, während deren Fahrer Waren auslieferten. Den Tätern spielte der Umstand in die Hände, dass an den Fahrzeugen noch die Zündschlüssel steckten. In einem Fall wurde laut Polizei ein Transporter bei einem Autohändler in Wildau (Dahme-Spreewald) gestohlen. Zwei der Tatfahrzeuge konnten die Fahnder sicherstellen. Bei einem der Einbrüche ließ die Bande einen 350 Kilogramm schweren Stahlschrank mitgehen. Der Versuch, den Tresor mit einem Trennschleifer zu öffnen, misslang jedoch. Kurzerhand ließen die Einbrecher den Schrank in Lichterfelde im Teltowkanal verschwinden. Im Oktober des Vorjahres wurde der Tresor dann von Polizeitauchern geborgen.

Der nun gesprengten Bande werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft insgesamt 41 Straftaten angelastet. Der Wert der entwendeten Beute soll etwa 100.000 Euro betragen, darunter waren nach Polizeiangaben auch Boxspringbetten, Couchgarnituren und Elektrogroßgeräte. Die sichergestellte Beute füllte insgesamt drei Lastwagen.

Gegen vier der Verdächtigen hat ein Richter am Dienstagabend Haftbefehle erlassen.