Großeinsatz

Bagger trifft Gasleitung - Großeinsatz in Spandau

Ein Bagger hat bei Bauarbeiten offenbar eine Gasleitung beschädigt. Der Brunsbütteler Damm ist inzwischen wieder frei gegeben.

N. Paulsen, S. Pletl und M. Steube

Ein Bagger hat bei Bauarbeiten in Spandau eine Gasleitung beschädigt. Die Polizei sperrte am Freitagmorgen den Brunsbütteler Damm und zwar zwischen Nauener Straße und Grünhofer Weg. Wie ein Sprecher der Berliner Feuerwehr auf Morgenpost-Anfrage bestätigte, hatte ein Bagger bei Bauarbeiten am Morgen eine Gasleitung beschädigt. Deshalb strömte an der Baustelle längere Zeit Gas aus.

Um 8.31 Uhr seien die Einsatzkräfte alarmiert worden, so der Feuerwehrsprecher weiter. Die Feuerwehr war mit zehn Fahrzeugen und 40 Einsatzkräften vor Ort und sicherte den Bereich wegen möglicher Explosionsgefahr ab. Menschen seien aber nicht in Gefahr gewesen, sagte der Feuerwehrsprecher. In den umliegenden Straßen kam es zu Staus.

Auch der Busverkehr auf der Linie M32 war aufgrund der Havarie umgeleitet worden. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten die Fahrgäste aufgefordert, wegen der Umleitung mehr Zeit für ihre Wegstrecke einzuplanen. Da der Bagger die Gasleitung direkt vor einer Tankstelle getroffen und beschädigt hatte, musste bei den Abdichtungsarbeiten besonders sensibel vorgegangen werden. Auf den Bürgersteigen wurden Schilder aufgestellt, um Passanten zu warnen.

4000 Menschen leben in dem betroffenen Stadtteil

Der Bagger stand zunächst ungünstig auf der Gasleitung, so dass er mithilfe eines Feuerwehrkrans geborgen werden musste. Erst dann konnten die eigentlichen Reparaturarbeiten beginnen. Zuvor waren auch zwei Tankstellen, die in unmittelbarer Nähe der Havariestelle liegen, geräumt worden. Sie mussten für die Zeit der Reparaturarbeiten ihren Betrieb einstellen.

Gegen 11.30 Uhr war nach Angaben der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg das Leck abgedichtet. Die Netzgesellschaft betreibt das Leitungsnetz für Erdgas. Die vom Bagger beschädigte Leitung versorgt den Spandauer Ortsteil Staaken mit Erdgas. Dort leben mehr als 4000 Menschen. Die Havarie ging aber glimpflich aus. „Die Versorgung von Staaken mit Erdgas war gewährleistet“, sagte ein Sprecher der Netzgesellschaft. Man habe durch den Einsatz von Schiebern sicherstellen können, dass die Hauptleitung nach Staaken nur für kurze Zeit unterbrochen werden musste

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Normalerweise sind Erdgasleitungen gekennzeichnet und auf Bauplänen verzeichnet. „Wir müssen jetzt prüfen, ob es sich um menschliches Versagen handelt“, sagte der Sprecher der Netzgesellschaft, „oder ob es Abweichungen im Kartenwerk gab und die Leitung nicht genau eingezeichnet war.“

Nach Angaben des Sprechers der Netzgesellschaft kommt es immer mal wieder vor, dass bei Bauarbeiten Gasleitungen beschädigt werden. Meist seien dann aber nur wenige Anwohner in einem Straßenzug betroffen und könnten kurzfristig nicht mit Gas beliefert werden.