Rechtsextremismus

Razzia gegen „Weisse Wölfe Terrorcrew“ auch in Berlin

In zehn Bundesländern durchsuchte die Polizei Wohnungen, auch in Berlin. Der Bundesinnenminister hat die Gruppierung verboten.

Neonazi-Devotionalien wie diese wurden auch bei den Razzien gegen die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ beschlagnahmt

Neonazi-Devotionalien wie diese wurden auch bei den Razzien gegen die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ beschlagnahmt

Foto: Malte Christians / dpa

Bundesweit hat die Polizei am Mittwochmorgen 15 Objekte des rechtsextremistischen Vereins „Weisse Wölfe Terrorcrew“ in zehn Bundesländern durchsucht, darunter auch zwei in Berlin. Dabei handelte es sich offenbar um die Wohnungen des Leiters und seines Stellvertreters der Sektion Berlin. Insgesamt waren 16 Vereinsmitglieder bundesweit von den polizeilichen Maßnahmen betroffen.

Bei den Durchsuchungen wurden Vereinsunterlagen, diverse Datenträger wie Laptops, Speichermedien und Mobiltelefone, Vereinsbekleidung, NS-Devotionalien (Fahnen und Hitler-Bilder) und Propagandamaterial sichergestellt.

Teilweise wurden auch Waffen wie Wurfsterne, Messer, Elektroschocker, Schreckschusswaffen, eine Armbrust und ein Kleinkalibergewehr beschlagnahmt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden keine Haftbefehle vollstreckt.

„Mit Wirkung von Mittwoch habe ich den rechtsextremistischen Verein mit dem Namen „Weisse Wölfe Terrorcrew“ verboten“, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Der Verein sei eine Vereinigung von Neonazis, die offen und aggressiv Hetze betrieben, so de Maizière. „Dieser Verein bekennt sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus. Er möchte eine Diktatur nach diesem Vorbild errichten und dieses Ziel soll „mit allen Mitteln“ durchgesetzt werden.“ Die Verbotsverfügung sei früh zeitgleich an alle zwölf Mitglieder zugestellt worden.

Berlins Innenminister Frank Henkel begrüßte das Verbot. Es sei „ein deutliches Signal einer wehrhaften Demokratie, dass wir rechte Umtriebe in unserem Land nicht dulden“.