Friedrichshain

Autos brennen in Friedrichshain - Einsatz an Rigaer Straße

Drei Autos brannten in der Nacht in Friedrichshain. Zuvor hatten 250 Polizisten Gaststätten rund um die Rigaer Straße kontrolliert.

Ein Wagen in der Krossener Straße in Friedrichshain brannte in der Nacht zu Sonnabend komplett aus

Ein Wagen in der Krossener Straße in Friedrichshain brannte in der Nacht zu Sonnabend komplett aus

Foto: Christian Mang

Erneut sind in Friedrichshain Autos in Flammen aufgegangen. In der Krossener Straße brannte gegen Mitternacht ein VW Touareg, in der Weserstraße ein VW Passat.

Bei beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Ein weiteres Auto, ein Ford Mondeo, brannte in der Jessnerstraße, es wurde bei dem Brand nur leicht beschädigt, weil die Feuerwehr früh genug zur Stelle war. Die drei brennenden Wagen waren innerhalb von etwa zehn Minuten festgestellt worden.

In allen drei Fällen geht die Berliner Polizei von Brandstiftung aus, wie eine Sprecherin am Vormittag mitteilte.

Außerdem brannten in der Nacht zu Sonnabend drei Müllcontainer in der Rigaer Straße. Der Putz des Gebäudes wurde durch das Feuer beschädigt. Die Container wurden komplett zerstört. Verletzt wurde niemand.

Polizeieinsatz an der Rigaer Straße

Nur wenige Stunden zuvor war die Polizei am Freitagabend wieder zu einem großen Einsatz in die Rigaer Straße in Friedrichshain ausgerückt.

Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, führte man aufgrund eines Ermittlungsersuchens des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg gewerbe- und gaststättenrechtliche Kontrollen im Bereich Friedrichshain durch. Laut Polizei wurden dabei insgesamt 250 Polizisten eingesetzt.

Der Einsatz war nach Angaben der Polizei gegen Mitternacht beendet und verlief abgesehen von gelegentlichen Beleidigungen gegen Einsatzkräfte und kleinen Rangeleien weitestgehend störungsfrei. Bei Kontrollen in insgesamt acht Lokalen in Friedrichshain-Nord, unter anderem auf dem RAW-Gelände, seien diverse Verletzungen gewerberechtlicher und jugendschutzrechtlicher Vorschriften festgestellt worden.

Augenzeugen beschreiben Einsatz als ruhig

Augenzeugen hatten die Situation in der Rigaer Straße als ruhig beschrieben. Dort war der Einsatz am Abend zügig beendet gewesen.

Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) widersprach via Twitter zunächst der Angabe, der Einsatz sei auf ein Ersuchen des Bezirks durchgeführt worden. Herrmann schrieb in der Nacht: „Polizei behauptet, wir hätten Ersuchen gestellt. Ich nicht!“

Am Nachmittag bestätigte ihr Stellvertreter Peter Beckers (SPD) dann gegenüber dem RBB das Ersuchen. Zugleich kritisierte er die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes. "Dass so viele Beamte beteiligt waren, hat mich überrascht. Die Sache ist offensichtlich aus dem Ruder gelaufen", sagte Beckers.

In der Gegend um die Rigaer Straße hatte es zuletzt immer wieder Polizeieinsätze gegeben. Ein Großaufgebot von rund 550 Polizisten hatte am 13. Januar ein Gebäude der Hausbesetzerszene durchsucht, nachdem ein Beamter von Anhängern der linken Szene angegriffen worden war. Der Einsatz hatte für Kritik gesorgt. Grüne, Linke und Piraten hatten ihn als nicht verhältnismäßig kritisiert.

>> Reportage: "Willkommen im Gefahrengebiet"

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