Neukölln

Gefährliche Verfolgungsjagd in Neukölln endet mit Festnahme

Um die Polizei abzuschütteln, versprühten die zwei Männer im Britzer Tunnel offenbar den Inhalt eines Feuerlöschers.

Bei einer Verfolgungsjagd in Neukölln haben zwei Männer in der Nacht zu Freitag mehrere Fahrzeuge beschädigt und massiv den Straßenverkehr gefährdet. Im Britzer Tunnel entleerten sie dabei offenbar einen Feuerlöscher, was zu Sichtbehinderungen in dem Tunnel führte.

Wie die Polizei am Freitagmittag mitteilte, sollen die beiden Männer an der Kreuzung Hermannstraße/Hertastraße zunächst aus einem weißen Transporter heraus einen Bus der BVG mit einem Hammer beschädigt haben. Der Busfahrer der Linie M44 stellte daraufhin den Betrieb ein.

Polizeibeamte entdeckten wenig später den flüchtigen Mercedes Sprinter, als er aus einer Grundstücksausfahrt heraus in die Karl-Marx-Straße einbog. Sie folgten dem Wagen.

Als der Fahrer des Transporters in Höhe der Grenzallee auf die Zufahrt der Stadtautobahn in Richtung Norden fuhr, überholten die Beamten ihn und stellten sich vor das Fahrzeug. Der Transporterfahrer hielt kurz an, beschleunigte jedoch anschließend und fuhr an den Polizisten vorbei auf die Autobahn.

Weiße Wolken aus dem Beifahrerfenster

Die Streifenwagenbesatzung folgte den Verdächtigen in den Britzer Tunnel. Dabei sah sie, wie aus dem Beifahrerfenster heraus starke weiße Wolken, wie aus einem Feuerlöscher, stoßweise versprüht wurden. Dadurch entstand eine „Nebelwand“, die die Sichtweite im Tunnel für die Nachfolgenden auf wenige Meter einschränkte.

Zwischen zwei „Nebelstößen“ bremste der Fluchtwagen so stark ab, dass die Funkwagenbesatzung nur durch ein Bremsmanöver ein Auffahren verhindern konnte. Schließlich beschleunigte der Verdächtige sein Fahrzeug erheblich.

Mit weit überhöhter Geschwindigkeit erreichte er die Ausfahrt Oberlandstraße, verfehlte diese jedoch und wendete auf der Autobahn, um entgegengesetzt der Fahrtrichtung die Stadtautobahn zu verlassen. Über mehrere Straßen hinweg wechselte der Fluchtwagen die Richtung, um seine Verfolger abzuschütteln.

Beifahrer ist polizeibekannter Intensivtäter

In der Emser Straße geriet er gegen einen parkenden Nissan, bevor er letztlich in der Siegfriedstraße stoppte. Die Insassen sprangen heraus und rannten in unterschiedliche Richtungen davon. Kurz darauf nahmen Beamte den mutmaßlichen Beifahrer, einen 22 Jahre alten polizeibekannten Intensivtäter, vorübergehend fest. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung entließen die Beamten ihn.

Für die weiteren Ermittlungen stellten die Polizisten das als gestohlen gemeldete Fluchtfahrzeug und die Videoaufzeichnungen des Britzer Tunnels sicher. Die Ermittlungen dauern an.