Gewalt in Berlin

Polizei nimmt randalierenden Schläger am Alexanderplatz fest

Erneut hat es am Alexanderplatz in Berlin-Mitte eine Schlägerei gegeben. Die Polizei schritt dabei sogar mit Hunden ein.

Schlägerei am Alexanderplatz. Die Polizei greift ein

Schlägerei am Alexanderplatz. Die Polizei greift ein

Foto: schroeder

Am Alexanderplatz in Berlin Mitte hat sich am Sonnabend gegen 23.15 Uhr eine Schlägerei ereignet. Nach ersten Angaben sollen mehrere Personen unter der Bahnbrücke aneinander geraten sein. Alarmierte Polizisten konnten eine Personen festnehmen. Auch Polizeihunde kamen zum Einsatz, um die Situation zu sichern.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin waren mehrere Personen miteinander in Streit geraten. Ein Opfer der Auseinandersetzung habe angegeben, dass ihn ein Angreifer unvermittelt und ohne Vorwarnung mit der Faust in Gesicht geschlagen habe. Er erlitt dabei Hämatome an der linken Schläfe. Eine ärztliche Behandlung habe der Mann aber abgelehnt, so die Polizeisprecherin.

Nachdem Beamte einer Einsatzhundertschaft die Kontrahenten voneinander getrennt hatten, leiste der Angreifer aber erheblichen Widerstand gegen die Polizeibeamten. Darauf seien ihm Handfesseln angelegt worden. Er sei daraufhin in ein Polizeifahrzeug gebracht worden, habe aber dort weiter randaliert und Widerstand geleistet.

Nach Angaben der Polizei schlug er im Inneren des Fahrzeugs mit dem Kopf mehrmals heftig gegen die Wand. Ein daraufhin alarmierter Rettungswagen brachte den Man schließlich in ein Krankenhaus. Jetzt ermittelt die Polizei wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen den Angreifer.

Alex seit Jahren Kriminalitätsschwerpunkt

Der Alexanderplatz ist seit Jahren ein Kriminalitätsschwerpunkt. Der spektakulärste Fall der vergangenen Jahre ist der tödliche Angriff auf den damals 20 Jahre alten Jonny K. Er kam im Oktober 2012 von einer Party, und wurde nach einem Streit mit vier Jugendlichen zu Tode geprügelt. Der Vorfall löste eine bundesweite Diskussion über Jugendgewalt aus.

Die in den vergangenen Jahren verstärkte Polizeipräsenz zeigt aber offenbar Wirkung. Gegenüber den Vorjahren ist die Zahl der Gewalttaten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres gesunken. So zählte die Polizei am Alexanderplatz von Januar bis Ende Mai 131 Körperverletzungen. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr 2015 ergäbe sich eine Zahl von 314 Körperverletzungen. 2014 hatte die Polizei noch 386 Übergriffe registriert. Wenn der Trend anhält, wäre das – statistisch betrachtet – ein Rückgang von 18 Prozent. Ein ähnlicher Trend zeigt sich, wenn man nur die Körperverletzungen betrachtet, die sich auf öffentlichem Straßenland ereigneten.

Die Polizei ist mit einem Kontaktmobil vor Ort. Besetzt mit zwei Beamten steht es wochentags zwischen 13 und 20 Uhr und am den Wochenenden bis 6 Uhr morgens an wechselnden Standorten auf dem Alex. Der Funkwagen hat nach Angaben der Innenverwaltung positiv auf das Sicherheitsgefühl ausgewirkt.

Forderungen nach einer "Kombi-Wache" aus Landes- und Bundespolizei und dem Ordnungsamt lehnt die Innenverwaltung aber ab, "da diese Personal für administrative Aufgaben binden würde, welches für die Präsenz auf dem Alexanderplatz nicht zur Verfügung stünde". Der Abschnitt 32 liege zudem fast unmittelbar am Alex.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.