Kriminalität in Berlin

Denkmal für ermordete Sinti und Roma geschändet

Hakenkreuze und den Schriftzug "Vergasen" - Unbekannte haben das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas geschändet.


Knapp 70 Jahre nach Kriegsende wurde in Berlin das Denkmal für die 500.000 von den Nazis ermordeten Sinti und Roma eingeweiht (Archivbild)

Knapp 70 Jahre nach Kriegsende wurde in Berlin das Denkmal für die 500.000 von den Nazis ermordeten Sinti und Roma eingeweiht (Archivbild)

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Unbekannte haben den Eingangsbereich des Denkmals für die ermordeten Sinti und Roma Europas am Simsonweg in Tiergarten geschändet. Das hat die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Donnerstagmorgen mitgeteilt. Die Täter haben großformatig ein Hakenkreuz und den Schriftzug "Vergasen" angebracht. Beide Schmierereien seien entfernt worden, so die Stiftung weiter.

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die das Denkmal betreut, hat die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und Anzeige erstattet. Der Staatsschutz ermittelt.

Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, verurteilt den Anschlag als "aggressiven Antiziganismus" aufs Schärfste.

Romeo Franz, Direktor der "Hildegard Lagrenne Stiftung" und Komponist des Musikstückes am Denkmal, zeigt sich bestürzt: "Dies ist ein Angriff auf den Prozess der Versöhnung. Er trifft viele Sinti und Roma mit ihrer leidvollen Familiengeschichte sehr persönlich. erfahren unsere Menschen 70 Jahre nach dem Völkermord noch immer tagtäglich Ausgrenzung und Diskriminierung. Diesen Antiziganismus endlich sichtbar zu machen und öffentlich anzuklagen, muss Aufgabe von Politik und Zivilgesellschaft sein."

Das 2012 eröffnete Denkmal erinnert an die bis zu 500.000 Sinti und Roma, die die Nationalsozialisten und ihre Helfer 1939 bis 1945 ermordeten.

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