Polizeikontrolle

Großeinsatz auf der A100 - Polizei sucht Autoschieber

120 Polizisten haben bei der Aktion "Lux-Car" in Berlin mehr als 150 Fahrzeuge und 85 Menschen kontrolliert. Autoschieber waren nicht dabei.

Während einer europaweiten Polizeiaktion gegen Autodiebe und Autoschieber hat die Berliner Polizei in der Nacht zu Freitag auf der Stadtautobahn zahlreiche Fahrzeuge kontrolliert. Rund 120 Beamte waren auf der Stadtautobahn A 100 zwischen den Anschlussstellen Beusselstraße in Mitte und Jakob-Kaiser-Platz in Charlottenburg von 22 Uhr bis 1.00 Uhr im Einsatz.

"Das Hauptaugenmerk dieser Aktion liegt bei Autodiebstahl und Autoschieberei", sagte Polizeihauptkommissar Heiko Homolla. "Selbstverständlich kontrollieren wir auch die Fahrzeuge auf ihr Verkehrssicherheit und die Fahrer auf Alkohol und Drogen." Eine erste nächtliche Bilanz der Polizei ergab, dass keine Autodiebe erwischt wurden.

Dafür gab es so genannte Beifänge. Bis Mitternacht wurden mehrere Autofahrer erwischt, die offenbar Alkohol getrunken hatten. "Unser Spitzenreiter bis jetzt war ein Mann mit 1,3 Promille Alkohol im Blut", sagte ein Beamter gegen Mitternacht. Das werde sich zu vorgerückter Stunde bestimmt noch ändern.

Für einen weiteren Autofahrer war auf der Stadtautobahn ebenfalls Endstation. "Das Fahrzeug des Mannes hatte keinen Versicherungsschutz mehr", sagte ein Beamter. "Wir haben seine Kennzeichen entstempelt, und er darf ohne Versicherung keinen Meter mehr fahren." Die Polizei hat ein Abschleppunternehmen angefordert, die das Auto von der Autobahn brachte.

Insgesamt wurden 129 Pkw, 25 Lkw und 85 Personen kontrolliert, sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitagmorgen. Fünf Fahrzeuge hatten keinen Versicherungsschutz und sechs Drogentests wurden gemacht. Drei Fahrer hatten Drogen konsumiert. Insgesamt wurden 16 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Nicht angeschnallt, telefonieren am Steuer und ähnliches. Die Beamten stellt neun Mängelberichte aus und drei Fahrverbote wurden ausgesprochen.

Pech hatte eine 43-jährige Autofahrerin am Heckerdamm. Sie fiel dem Einsatzleiter der Polizei auf, als dieser auf dem Weg zur Kontrollstelle auf der Autobahn unterwegs war. Eine Kontrolle ergab, dass sie 1,2 Promille Alkohol im Blut hatte. Sie musste ihren VW-Polo stehen lassen und ihren Führerschein abgeben.

Autofahrer, die von der Beusselstraße oder dem Jakob-Kaiser-Platz auf die A 100 fuhren, ahnten nicht, dass sie wenig später einspurig im Stau stehen mussten. Erst nach einigen hundert Metern Fahrt sahen sie die taghell erleuchteten Kontrollstellen. Die Autobahn war in beide Richtungen auf eine Spur eingeengt, ein so genannter Geschwindigkeitstrichter zwang zur Schrittgeschwindigkeit.

Vorab versuchten die Einsatzkräfte, Beschädigungen an den Autos zu entdecken - zum Beispiel geöffnete Schiebedächer, über diesen Weg würden Diebe häufig in die Fahrzeuge gelangen. "Besonders beliebt ist der Range Rover mit seinem Glasdach", sagte ein Beamter. "So steigen die Autodiebe gerne ein." Ein geöffnetes Schiebedach bei diesen Temperaturen könne ein Indiz für einen Autoeinbruch sein, heißt es.

Die Aktion "Lux-Car" war eine europaweite Maßnahme gegen Autodiebstahl und Autoschieberei. Wie der Name vermuten lässt, galt das Hauptaugenmerk aber nicht den Luxuslimousinen. Da das Land Luxemburg in diesem Jahr den Vorsitz im Europaparlament hat, lag die europaweite Verantwortung und Koordination in Luxemburg. Im vergangenen Jahr hieß die Maßnahme Lit-Car. Da hatte Litauen den Vorsitz.

Bei einer europaweiten Verkehrskontrolle auf der Stadtautobahn A100 wurden mehr als 150 Fahrzeuge und 85 Menschen kontrolliert

Bei einer europaweiten Verkehrskontrolle auf der Stadtautobahn A100 wurden mehr als 150 Fahrzeuge und 85 Menschen kontrolliert

Foto: Sergej Glanze