Dokumentenfälscher

Polizei hebt Fälscherwerkstatt für Pässe aus

Nach fünfmonatigen Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen zwölf kriminelle Schleuser sind am Dienstag 13 Objekte durchsucht worden.

Der Polizei ist ein Schlag gegen Passfälscher und Schleuser gelungen. Seit April hatte die Staatsanwaltschaft Berlin gegen 12 Verdächtige ermittelt. Eine "Gemeinsame Ermittlungsgruppe Schleuser" mit in einem Verfahren namens „Tunis“ Verdächtige observiert und Telefone abgehört. Am Dienstag schlugen die Fahnder zu und durchsuchten 13 Objekte in den Stadtteilen Moabit, Kreuzberg, Charlottenburg-Nord, Nikolassee, Schöneberg, Reinickendorf, Friedenau und Wilmersdorf sowie in Mannheim.

In der Wohnung eines 46-Jährigen aus Guinea wurden neben notwendiger Computertechnik rund 450 offenbar ver- und gefälschte Personaldokumente sichergestellt werden, vor allem Identitätskarten sowie Führerscheine aus 14 EU-Staaten. Der 46-Jährige sollte am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden.

Im Zuge der Razzia ist zudem bei einem 36-jährigen deutschen Vermittler ein verfälschter, vorläufiger deutscher Personalausweis gefunden worden, der aus einem im Januar 2015 verübten Einbruch stammt. Bei einem 42-Jährigen aus Mazedonien konnten die Beamten elf Blanko-Aufenthaltstitel beschlagnehmen. Sie stammen laut Polizei aus Einbrüchen bei Berliner Behörden, die in den Jahren 2001, 2009 und 2014 verübt worden sind.

Der Versuch der Ehefrau, diese Beweismittel durch das Hinunterspülen im WC verschwinden zu lassen, wurde verhindert.