Berlin-Reinickendorf

Hallenbrand offenbar von Kindern verursacht

Laut Polizei hat ein Junge ausgesagt, mit anderen Kindern in der Turnhalle gekokelt zu haben. So sei der Brand entstanden.

Brandermittler der Polizei  Berlin in Wittenau an der abgebrannten Halle

Brandermittler der Polizei Berlin in Wittenau an der abgebrannten Halle

Foto: Paul Zinken / dpa

Der Brand einer Turnhalle auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Klinik in Reinickendorf steht offensichtlich unmittelbar vor der Aufklärung. Die Ermittlungen eines Branddezernates haben inzwischen zu mehreren Flüchtlingskindern geführt, die unter dem Verdacht stehen, das Feuer offenbar fahrlässig verursacht zu haben. Das teilte die Berliner Polizei am Sonnabend mit. Die etwa 600 Quadratmeter große Turnhalle an der Oranienburger Straße im Ortsteil Wittenau war, wie berichtet, am Mittwochnachmittag in Brand geraten.

Die Polizei war durch Zeugenaussagen auf die Spur eines Achtjährigen gekommen. Der Junge wurde dann im Beisein seiner Eltern von den Ermittlern befragt und gab dabei an, er sei mit anderen Kindern in die Turnhalle eingedrungen und habe dort gekokelt. Das so entfachte Feuer war rasch außer Kontrolle geraten und hatte das Gebäude trotz Löscharbeiten der Feuerwehr zerstört.

Die Polizei konnte auch die anderen Kinder ermitteln, die bei dem folgenschweren Spiel mit dem Feuer beteiligt gewesen sein sollen. Zwei von ihnen hätten dies nach Anhörung durch Polizeibeamte auch zugegeben. Die beteiligten Flüchtlingskinder sind alle Bewohner der Unterkünfte auf dem Klinikgelände, wo derzeit insgesamt 900 Menschen eine provisorische Unterkunft gefunden haben. Alle seien nach Polizeiangaben strafunmündig und blieben deshalb in der Obhut ihrer Eltern. Die Ermittlungen der Fachdienststelle dauern weiter an.

Auch in Nauen brannte eine Unterkunft

Damit dürften sich erste Vermutungen nicht bestätigen, dass der Großbrand einen fremdenfeindlichen Hintergrund hat. Wenige Tage zuvor war im brandenburgischen Nauen (Kreis Havelland) eine als Flüchtlingsunterkunft vorgesehene Sporthalle durch Brandstiftung ein Raub der Flammen geworden.

In Berlin konnte die Polizei Brandstiftung als Ursache des Feuers in Wittenau bis zuletzt nicht ausschließen. Doch die Untersuchung von Proben aus dem Brandschutt in Laboren des Landeskriminalamtes hatte erst am Freitag ergeben, dass zumindest keine Brandbeschleuniger eingesetzt worden waren. Außerdem war bislang auch ein technischer Defekt als Brandursache denkbar. Die Feuerwehr war mit 100 Einsatzkräften bis weit in die Nacht zu Donnerstag mit den Löscharbeiten beschäftigt, konnte das vollständige Abbrennen der Sporthalle dennoch nicht verhindern.