Friedrichshain

Angeschossener Neunjähriger nach Operation außer Gefahr

Beim Spielen mit anderen Kindern ist ein neunjähriger Junge angeschossen worden. Nach einer OP schwebt Elisei nicht länger in Lebensgefahr. Der mutmaßlicher Täter wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Foto: Privat

In Friedrichshain ist am Donnerstagabend aus einem Wohnhaus an der Straße der Pariser Kommune Ecke Am Wriezener Bahnhof heraus auf eine Gruppe spielender Kinder geschossen worden.

Obwohl der Schuss vermutlich aus einem Luftgewehr abgefeuert wurde, ist dabei ein neunjähriger Junge so schwer verletzt worden, dass er notoperiert werden musste. Der Junge ist mittlerweile außer Lebensgefahr, sagte eine Polizeisprecherin am frühen Freitagmorgen.

Bei dem Opfer handelt es sich um den neunjährigen Elisei, den Sohn einer rumänischen Familie, die erst vor Kurzem von Lichterfelde nach Friedrichshain gezogen ist.

Feuerwehr und Polizei wurden gegen 19.40 Uhr nach Friedrichshain alarmiert. Nach Angaben einer Polizeisprecherin hatten Zeugen einen lauten Knall gehört. Der Junge sei dann mit einer blutenden Bauchwunde zusammengebrochen.

Seine herbeigerufene Mutter Cornelia habe Feuerwehr und Polizei alarmiert. Rettungssanitäter fanden eine Schusswunde im Bauch des Jungen. Der Junge sei schwerst verletzt, hieß es. Die anderen Kinder sagten aus, dass aus einem offenen Fenster des Hauses auf sie geschossen wurde.

Polizei nimmt sieben Personen fest

Die Kinder konnten den eintreffenden Polizeibeamten die mutmaßliche Wohnung im zweiten Obergeschoss zeigen. Die Polizisten stürmten die Wohnung und nahmen und sieben Personen im Alter zwischen 13 und 47 Jahren fest, unter ihnen zwei Minderjährige.

In der Wohnung wurde ein Luftdruckgewehr sichergestellt. Ob es sich tatsächlich um die Tatwaffe handelt, müssen laut Polizei erst gründlichere Untersuchungen ergeben.

Wie die Berliner Morgenpost am Vormittag aus Ermittlerkreisen erfuhr, hat das Gewehr kein Prüfzeichen und ist somit eine illegale Waffe. Nach Beschreibungen des Vaters könnte es sich bei der verwendeten Munition um ein spitzes Trainingsgeschoss mit einer Länge von mehr als sieben Milimetern handeln.

Einige der Festgenommenen trugen Plastiktüten über den Händen zur Spurensicherung, als sie das Haus in Begleitung der Beamten verließen. Am späten Abend war die Spurensuche am Tatort abgeschlossen.

Die Ermittler gehen jetzt der Frage nach, ob der Schuss gezielt abgefeuert wurde oder nicht. „Was dahintersteckt, muss sich noch zeigen“, sagte eine Polizeisprecherin. Das Kind wurde in das Klinikum Friedrichshain gebracht. Die Ermittlungen dauern an. Derzeit wird wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Martin Steltner, wurde der Hauptverdächtige am Nachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt. Inzwischen werde gegen ihn nicht mehr wegen versuchten Totschlags sondern wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, so Steltner weiter.