EZB-Eröffnung

30 Berliner Polizisten bei Ausschreitungen in Frankfurt verletzt

Bei den Protesten am Mittwoch zur Eröffnung des neuen Gebäudes der Europäischen Zentralbank wurden insgesamt 150 Beamte verletzt. Auch 30 Berliner Polizisten waren davon betroffen.

Bei den schweren Auseinandersetzungen zwischen Kapitalismuskritikern und der Polizei in Frankfurt am Main sind 30 Polizisten aus Berlin leicht verletzt worden. Sie hätten ihren Dienst aber fortsetzen können, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Bei den Protesten am Mittwoch zur Eröffnung des neuen Gebäudes der Europäischen Zentralbank wurden insgesamt 150 Beamte verletzt. Auch die Berliner Polizei hatte mehr als 200 Beamte nach Frankfurt geschickt, um Demonstrationen abzusichern.

17.000 Menschen kamen laut Polizei zu einer friedlichen Kundgebung und einem anschließenden Demonstrationszug durch die Innenstadt. Die Veranstalter sprachen von einer höheren Teilnehmerzahl. Das Blockupy-Bündnis sprach von mehr als 200 verletzten Demonstranten.

Nach Angaben der Polizei in Frankfurt wurden 26 Menschen im Verlauf der Proteste festgenommen. Ob sich darunter auch Demonstranten aus Berlin befanden, war zunächst nicht bekannt. Die Polizei hat nach eigenen Angaben zunächst nur aufgeschlüsselt, ob die Festgenommenen aus Deutschland oder aus dem Ausland kamen. Am Donnerstagmorgen waren die meisten Festgenommenen wieder auf freiem Fuß. Von Berlin waren Demonstranten mit Bussen und einem Sonderzug nach Frankfurt gefahren.

Henkel verurteilt Ausschreitungen

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilte die Ausschreitungen aufs Schärfste. „Es hat für mich nichts mit demokratischer Meinungsäußerung zu tun, wenn Polizisten mit Steinen und Böllern beworfen, sie tätlich angegriffen und Autos angezündet werden“, betonte Henkel und forderte: „Dem muss mit allen Mitteln des Rechtsstaats begegnet werden.“

In der Hauptstadt waren in der Nacht zu Donnerstag die Scheiben zweier Banken beschädigt worden. In der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg beobachteten Passanten drei Personen, wie sie Pflastersteine gegen eine Bankfiliale warfen. In der Landsberger Allee in Friedrichshain wurden ebenfalls mehrere Scheiben eines Geldhauses beschädigt. Der Staatsschutz ermittelt und prüft politische Motive für die Steinwürfe. Ob sie mit den Protesten in Frankfurt am Main im Zusammenhang stehen, war zunächst unklar.