Mitte

Fehlalarm durch Brandmelder - Feuerwehr muss vier Mal zu Hotel

Die Berliner Feuerwehr ist innerhalb von 16 Stunden vier Mal zu demselben Hotel in Moabit gefahren. Die Ursache war immer ein Fehlalarm durch einen defekten Brandmelder. Kosten: mehrere Tausend Euro.

Die erste Alarmierung aus dem Hotel an der Katharina-Paulus-Straße in Moabit hat die Wache am Mittwochmittag um 13.53 Uhr erreicht. „Und die war schon ein Fehlalarm“, erklärte Sven Gerling, der Sprecher der Berliner Feuerwehr. Die nächste Benachrichtigung folgte vier Stunden später um 18.06 Uhr. Das war der zweite Fehlalarm. In der Nacht zu Donnerstag um 2.34 Uhr fuhren die Rettungskräfte ihren dritten Einsatz ohne tatsächlichen Brand. Und schließlich am Donnerstagmorgen um 6.04 Uhr traf die vierte Einsatzanforderung ein.

Dann wurde es dem Einsatzleiter zu bunt. „Der Kollege hat angeordnete, dass die Anlage aus der Aufschaltung genommen wird“, sagte Gerling.

Die Feuerwehr wird also das nächste Mal nicht alarmiert, wenn die Brandmeldeanlage in diesem Hotel verrückt spielt - selbst wenn es wirklich brennt. „Deshalb haben wir das Hotel verpflichtet, einen Sicherheitsmann vor Ort einzusetzen, der uns anruft, falls wirklich ein Feuer ausbricht“, so Gerling.

In diesem Fall handelte es sich um das Hotel Intercity am Hauptbahnhof. Doch der Name tut aus Sicht der Feuerwehr gar nichts zur Sache, denn Fehlalarmierungen kommen in vielen Hotels vor. Am Wochenende erst mussten Rettungskräfte zum Waldorf Astoria nach Charlottenburg fahren. Auch ein Fehlarlarm.

Fehlalarm durch Brandmelder in Kliniken, Einkaufszentren und Altenheimen

Dass die Rettungskräfte so oft ein und dieselbe Adresse anfahren müssen, ist selten. Und doch: Die Zahl der Fehlalarmierungen durch Brandmelder unter den täglich im Schnitt 1300 Einsätzen sind erstaunlich hoch.

Als Gerling am Donnerstagmorgen die Einsätze der vergangenen 48 Stunden durchgeht, findet er insgesamt elf solcher Fahrten. Sie führen nicht nur in Hotels und Kliniken, sondern auch in Einkaufszentren und Seniorenresidenzen. Die Gründe sind vielfältig, nur selten liegt es an der Technik: Mal hat jemand unter einem Brandmelder zu viel Deo versprüht, mal dort geraucht, mal hat sich zu viel Staub angesammelt, mal haben Bauarbeiter Schweißarbeiten durchgeführt, ohne das Gerät abzuschalten, mal hat jemand zu intensiv gekocht. Aber auch ein Pulverlöscher war schon defekt.

Die Rechnung zahlt der Gast

Inzwischen rechnet die Feuerwehr solche Einsätze minutenexakt ab: vom Eingang des Alarms bis zu Wiedereinsatzbereitschaft der genutzten Fahrzeuge. Im Schnitt könne man von 500 Euro pro Einsatz ausgehen, schätzt Gerling. Die Rechnung schreibt sie dem Halter der Brandschutzanlage. „Und der“, so weiß Gerling, „reicht sie an den Verursacher weiter, ob das nun Patienten, Hotelgäste oder Bauarbeiter waren. Gerlings Hoffnung: „Vielleicht setzt langfristig ein Lerneffekt ein.“ Das heißt für alle Produzenten von Rauch, egal ob Koch, Schweißer oder Raucher: sich lieber umzusehen, ob man mit seinem Verhalten einen Alarm auslöst, als später eine saftige Rechnung begleichen zu müssen.

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