Mitte

Frau nach Messerattacke im Nikolaiviertel schwer verletzt

Ein Mann hat die 54 Jahre alte Chefin einer Partnervermittlungsagentur im Berliner Nikolaiviertel mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Der Täter konnte noch vor Ort gefasst werden.

Foto: schroeder

Was als Kundenbeschwerde begann, endete als Gewaltverbrechen: Am Sonnabendmittag ist die Inhaberin einer Partnervermittlungsagentur in ihrem Büro an der Propststraße in Mitte niedergestochen und dabei lebensgefährlich verletzt worden. Ob die 54-Jährige den Angriff überlebt, ist noch unklar. Ein 66-jähriger Mann konnte kurze Zeit später noch am Tatort von Beamten einer Funkwagenbesatzung festgenommen werden. Wie ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost am Nachmittag mitteilte, ermittelt die 8. Mordkommission gegen ihn zunächst wegen eines versuchten Tötungsdeliktes.

Nach Angaben des Sprechers war die Polizei gegen 12.30 Uhr an den Tatort im Nikolaiviertel gerufen worden. Kurz zuvor hatte nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler der 66-Jährige die Geschäftsräume der Agentur betreten. Der Mann war als Kunde offenbar überaus unzufrieden mit den Leistungen der 54-Jährigen, darüber entbrannte schnell ein heftiger Streit. Dieser eskalierte immer weiter, so dass Passanten auf der Straße auf das Geschrei in dem Gebäude aufmerksam wurden. Der Mann habe die Frau unentwegt lautstark beschimpft und auch bedroht, sagte ein Zeuge des Geschehens.

Der Streit artete schließlich derartig aus, dass der Kunde seine Drohungen wahr machte und plötzlich auf die Frau losging. Mit einem Messer stach er mehrfach auf das Opfer ein und fügte der Frau dabei lebensgefährliche Verletzungen zu. Zeugen alarmierten daraufhin die Polizei sowie Rettungskräfte der Feuerwehr. Nachdem ein Notarzt die 54-Jährige zunächst vor Ort notdürftig versorgt und ihre Transportfähigkeit hergestellt hatte, wurde sie in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Auch nach der Operation ist ihr Zustand weiterhin kritisch.

Der 66-Jährige hatte die Agentur nach der Tat zunächst betont langsam verlassen, war jedoch nur knapp 100 Meter vom Tatort entfernt gefasst worden. Bei seiner Festnahme leistete er keinen Widerstand. Es habe vielmehr so ausgesehen, als ob er seine Festnahme bereits erwartet hatte, sagte ein Beamter. „Nach Flucht sah es bei dem Mann jedenfalls nicht aus“, erklärte der Beamte. Was genau den 66-Jährigen in seiner Geschäftsbeziehung zu der Partnervermittlung so erzürnt hatte, dass er derart gewalttätig reagierte, ist bislang noch unklar.

Der festgenommene Mann sollte noch am Sonnabend einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Entscheidung über den Erlass eines Haftbefehls stand noch aus. Über seine Person wurde zunächst lediglich bekannt, dass es sich um einen Berliner handelt.