Neu-Hohenschönhausen

79-Jähriger nach Familienstreit auf Intensivstation

Einen Tag nach dem tödlichen Familienstreit in Marienfelde hat sich in Neu-Hohenschönhausen offenbar ein weiteres Drama abgespielt. Ein Rentner wurde niedergestochen, sein Schwiegersohn festgenommen.

Nur einen Tag nach der Familientragödie mit tödlichem Ausgang in Marienfelde hat sich in Berlin ein weiteres familiäres Drama abgespielt. In Neu-Hohenschönhausen musste ein 79-Jähriger mit Stichverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der 56 Jahre alte Schwiegersohn des Opfers wurde als mutmaßlicher Täter festgenommen. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

Am frühen Montagmorgen gegen 1.30 Uhr wurden plötzlich zahlreiche Bewohner eines Hochhauses an der Grevesmühlener Straße durch laute Schreie aus dem Schlaf gerissen. Als einer der Mieter schließlich vorsichtig seine Wohnungstür öffnete, entdeckte er vor der Tür der Nachbarwohnung in der 7. Etage den schwer verletzt und blutend am Boden liegenden Senior. Der Mieter alarmierte umgehend Polizei und Feuerwehr. Die Rettungskräfte entdeckten bei dem Opfer zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen im Gesicht und am Oberkörper und brachten den 79-Jährigen nach einer Sofortbehandlung vor Ort auf die Intensivstation eines Krankenhauses. Lebensgefahr besteht nach Polizeiangaben für den Verletzten inzwischen nicht mehr.

Polizei stürmt Wohnung

Unterdessen erfuhren die ebenfalls alarmierten Polizeibeamten, dass der Schwiegersohn des Opfers als Täter in Frage komme, sich vermutlich in der Wohnung aufhalte und als überaus aggressiv und gewaltbereit bekannt sei. Die Beamten forderten daraufhin die Unterstützung eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) an, dass kurze Zeit später die Wohnung stürmte und den 56-Jährigen festnahm. Nach Angaben eines Polizeisprechers leistete der Mann erheblichen Widerstand. Zunächst übernahm die Kriminalpolizei der Direktion 6 die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Bei dem Familiendrama in Marienfelde ist das Motiv für die Tat nach wie vor unklar. Der 30-Jährige, der seine Mutter getötet und deren Lebensgefährten schwer verletzt haben soll, liegt noch im Krankenhaus, dort wurde ihm nach Angaben eines Polizeisprechers am Montagnachmittag der Haftbefehl wegen eines vorsätzlichen Tötungsdeliktes verkündet. Der mutmaßliche Täter war auf der Flucht vor der Polizei aus dem Fenster gesprungen und hatte sich dabei selbst schwere Verletzungen zugezogen. Eine Vernehmung war daher bislang nicht möglich.