Lichterfelde

Zwei Menschen niedergestochen und lebensgefährlich verletzt

In Lichterfelde ist es gleich zu zwei Messerangriffen gekommen. Zunächst wurde ein 34-Jähriger auf einem Parkdeck attackiert, später eine 25-jährige Frau auf dem Gehweg. Beide wurden notoperiert.

Eigentlich gehört Lichterfelde zu den sichersten Ortsteilen Berlins. In der Nacht zu Mittwoch kam es hier jedoch gleich zweimal zu Streitigkeiten mit blutigen Ausgang. Zuerst wurde ein Mann mit einem Messer niedergestochen, rund eine Stunde später eine junge Frau. Beide mussten mit lebensbedrohlichen Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die Hintergründe der Auseinandersetzungen blieben am Mittwoch laut Polizei zunächst unklar. Die Gewalttaten im Süden von Steglitz-Zehlendorf sollen aber nicht miteinander zusammenhängen.

Die erste Tat ereignete sich am Dienstagabend gegen 20.15 Uhr auf dem Parkdeck eines Mehrfamilienhauses in der Straße Unter den Eichen. Was zunächst als heftiger, aber harmloser Streit zwischen zwei Pärchen erschien, eskalierte schließlich in einer Schlägerei, an der sich auch die Frauen beteiligten. Plötzlich wurden im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung Messer gezückt, ein 34 Jahre alter Mann wurde niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Während das Opfer von seiner 35 Jahre alte Partnerin in ein Krankenhaus gebracht wurde, wo es sofort notoperiert werden musste, alarmierten Passanten, die das blutige Geschehen aus der Ferne verfolgt hatten, die Polizei.

Eine kurz darauf eintreffende Funkstreifenbesatzung konnte das andere an dem Streit beteiligte Pärchen noch am Tatort festnehmen. Beide hatten trotz ihrer Messerattacke erstaunlicherweise keinen Grund gesehen, den Tatort zu verlassen. Vielmehr ließen sie sich widerstandslos und einigermaßen erstaunt, wie ein Beamter bemerkte, festnehmen. Ob der 34-jährige Mann oder seine 31 Jahre alte Ehefrau zugestochen hatte, blieb zunächst unklar.

Verbindung zum Rotlichtmilieu

Etwa eine Stunde nachdem der Mann auf dem Parkdeck niedergestochen wurde, musste die Polizei wegen einer weiteren brutalen Tat in Lichterfelde aktiv werden. Gegen 21.30 Uhr, gerieten ein Mann und eine Frau auf dem Gehweg des Hindenburgdamms in Streit. Nachdem es zunächst bei lautem und weithin hörbaren Gebrüll zwischen dem Pärchen geblieben war, eskalierte auch hier die Situation urplötzlich. Zeugenaussagen zufolge stach der Mann plötzlich auf die 25 Jahre alte Frau ein. Durch mehrere Stiche schwer verletzt, brach die Frau bewusstlos zusammen. Die Zeugen alarmierten die Polizei. Die Frau wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen im Schulter- und Brustbereich in ein Krankenhaus gebracht. Auch sie musste notoperiert werden, befand sich aber bereits am Mittwochmorgen außer Lebensgefahr.

Der Täter hatte zunächst noch vor Eintreffen der Beamte die Flucht ergriffen. Nach einiger Zeit tauchte er einem Polizeisprecher zufolge in dem Krankenhaus auf, in dem die Ärzte gerade um das Leben seines Opfers kämpften. Polizeibeamte erkannten den Mann wieder und nahmen ihn fest, ohne dass er Widerstand leistete. Der 38-Jährige stammt nach bisherigen Erkenntnissen ebenso aus Bulgarien, wie die von ihm niedergestochene Frau. Zudem haben sich Täter und Opfer offenbar gekannt. Nach Informationen der Berliner Morgenpost prüfen die Ermittler der zuständigen Mordkommission Hinweise, wonach die Tat in einem Zusammenhang mit dem Rotlichtmilieu steht. Die genauen Hintergründe der Auseinandersetzung blieben aber auch in diesem Fall am Mittwoch zunächst unklar.

Sonst kaum Gewalttaten

Lichterfelde zieht zwar wie jeder gutbürgerliche Stadtteil Einbrecher an, Gewalttaten und den Bezirk Steglitz-Zehlendorf bringt man aber weniger miteinander in Verbindung. Berlinweit gab es laut Kriminalitätsstatistik 2013 insgesamt 10.341 Fälle schwerer Körperverletzung, Tendenz steigend. In Steglitz-Zehlendorf lag die Zahl schwerer Körperverletzungen unter 150, das sind stadtweit die niedrigsten Zahlen.