Friedrichshain

30-Jähriger bei Messerstecherei schwer verletzt

Ein Slowene hat bei einer Messerstecherei auf dem S-Bahnhof Warschauer Straße lebensbedrohliche Verletzungen erlitten. Zuvor hatte er mehrere Fahrzeuge beschädigt.

Foto: schroeder

Ein 30 Jahre alter Mann ist in der Nacht zu Freitag auf einem S-Bahnhof in Friedrichshain von einem Unbekannten mit einem Messer schwer verletzt worden. Passanten fanden das blutende Opfer auf einem Gleis des Bahnhofs Warschauer Straße. Der Slowene hatte Schnittwunden erlitten und wurde zur Behandlung mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Verletzungen sind nach Angaben der behandelnden Ärzte nicht lebensbedrohlich. Der Angreifer konnte entkommen, die Bundespolizei fahndet nach dem Unbekannten und sucht Zeugen. Der Tathergang und die Hintergründe des Übergriffs sind noch unklar.

Nach ersten Erkenntnissen war es gegen 1 Uhr auf dem Bahnsteig zu einer Auseinandersetzung zwischen dem 30-Jährigen und dem Unbekannten gekommen. Im Verlauf des Streites wurde der Slowene mit einem Messer attackiert und erlitt Wunden im Brustbereich. Auch seine Arme hatten einige Schnittwunden, möglicherweise durch abwehrende Bewegungen. Unklar ist noch, ob das Opfer in das Gleisbett gestürzt ist oder gestoßen wurde. Laut Bundespolizei könnte der Mann auch versucht haben, dem Angreifer zu entkommen. Der Bahnverkehr war wegen des Rettungseinsatzes für etwa eine Stunde unterbrochen.

Zwischenfall vor Disco

Vor dem Messerangriff war der Slowene bereits vor einer nahe gelegenen Diskothek in einen Disput verwickelt. Dabei soll der aggressiv wirkende Mann vor dem Lokal selber mit einem Messer mehrere Personen bedroht haben. Zeugen hatten daraufhin die Polizei alarmiert, doch der 30-Jährige hatte sich bereits vor dem Eintreffen einer Funkstreife in Richtung Bahnhof entfernt. Auf dem Weg dorthin beschädigte er ein geparktes Auto, stach auf einen Reifen des Fahrzeugs ein. Bezüglich der Bedrohung vor der Disco ermittelt die Kriminalpolizei. Bisher ist nicht geklärt, ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen besteht.

Die Ermittlungen zu der Gewalttat auf dem S-Bahnhof gestalteten sich zunächst schwierig. „In einer ersten kurzen Befragung hat das Opfer widersprüchliche Angaben gemacht. Dabei hatte der Mann auf die Beamten einen verwirrten Eindruck gemacht“, sagte Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizei, am Freitag. Die Angaben des 30-Jährigen hätten die polizeilichen Ermittlungen nicht, wie erhofft, vorangebracht. Das Opfer solle, sobald es sein gesundheitlicher Zustand erlaube – vermutlich zu Beginn der kommenden Woche –, erneut befragt werden.

Vor diesem Hintergrund bittet die Bundespolizei um Hinweise von Zeugen, die etwas gesehen haben, denen etwas zu den Vorfällen aufgefallen ist oder die Angaben zum Geschehen auf dem Bahnsteig machen können. Es wäre erstaunlich, wenn zur Tatzeit auf dem Bahnhof Warschauer Straße niemand etwas von dem Streit mitbekommen hätte, so Jens Schobranski. Zudem sei der Tatort auch von der Bahnbrücke einsehbar.

Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Ostbahnhof unter der Rufnummer 030-297 77 90 oder unter der kostenlosen Servicenummer der Bundespolizei 0800-6888000 entgegen.