Falkenberg

Sprengstoff vermutet und Medikamente gefunden

Ein herrenloser Koffer hat am Mittwochnachmittag einen Großeinsatz der Bundespolizei verursacht. Reisende hatten das Gepäckstück im Eurocity 174 von Budapest nach Berlin bemerkt. Der Koffer war zwischen zwei Sitzreihen geschoben.

Die Polizei hielt den Zug daraufhin außerplanmäßig in Falkenberg an, räumte ihn und setzte einen Sprengstoffhund ein. Da dieser nicht anschlug, wurde der Koffer sowie eine weitere herrenlose Tasche geöffnet.

Darin fanden die Beamten 70 Packungen Medikamente, die offenbar in Tschechien hergestellt wurden und in Deutschland verschreibungspflichtig sind. Nach Angaben eines Sprechers handelt es sich um das Medikament Rivotril. Dieses enthält einer ersten Recherche zufolge den Wirkstoff Clonazepam, der eine beruhigende, schlafanstoßende, angstlösende Wirkung haben soll und unter anderem gegen Epilepsie eingenommen wird. Die Bundespolizisten verständigten daraufhin den Zoll. Die Ermittlungen zur Herkunft der Medikamente dauern an.

Der Polizeieinsatz dauerte von 15.50 Uhr bis 18 Uhr.

Die 140 Reisenden des Zuges mussten ihre Weiterfahrt mit einem Regionalexpress nach Berlin fort. Nach Abschluss aller Maßnahmen konnten die Beamten den Zug gegen 18.30 Uhr zur Weiterfahrt freigegeben.

Aufgrund der Einsatzmaßnahmen wegen der beiden herrenlosen Koffer kam es bei drei weiteren Zügen zu Verspätungen von insgesamt 183 Minuten. Die rechtmäßigen Eigentümer konnten bislang nicht ermittelt werden.