Brandenburg

Kabeldiebe legen wichtiges Elbe-Schöpfwerk lahm

Unbekannte haben Kupferkabel auf der Elbe-Baustelle des Hochwasser-Schöpfwerkes bei Wittenberge (Prignitz) gestohlen und die Anlage lahmgelegt. Für den Verkauf der 100 Meter Kabel mit einem Materialwert von etwa 13.000 Euro hätten die Diebe eine der wichtigsten Brandenburger Hochwasserschutzanlagen funktionsunfähig gemacht, sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, am Freitag. Er bezeichnete es als „gewissenlos, dass die Täter die Menschen in der Flussregion so einem großen Risiko aussetzen.“ Um an die begehrten Kabel zu gelangen, hätten die Diebe Eisentore aufgebrochen.

Freude erinnerte in diesem Zusammenhang an die Flutkatastrophe der Elbe vor genau zehn Jahren, die auch im nordbrandenburgischen Abschnitt zu Überschwemmungen führte. „In diesem Jahr haben wir bisher Glück, der Fluss hat jetzt im Sommer einen normalen Wasserstand.“ Es werde nun mindestens vier Wochen dauern, um die gestohlenen Spezialkabel zu ersetzen. Diese müssten extra angefertigt werden. Der Diebstahl war zum Wochenbeginn bemerkt worden, das zuständige Landesumweltamt erstattete Anzeige.

Das Schöpfwerk Karthane mit seinen zwölf Pumpen entwässert bei Hochwasser mehr als 6000 Hektar Wiesen und Ackerflächen und schützt Tausende Anwohner und Agrarflächen vor Überflutung. Die am Elbufer gelegene Anlage wird zurzeit für fast 13 Millionen Euro modernisiert.