Neukölln

Haus von Spekulationsgegnern vorübergehend besetzt

Aus Protest gegen Wohnungsleerstand haben am Sonnabend fünf offenbar politisch linksgerichtete Personen ein Wohnhaus in Berlin-Neukölln vorübergehend besetzt.

Die Polizei bestätigte am Abend, dass sich nach einer politischen Kundgebung am nahe gelegenen Herrfurthplatz einige Unbefugte Zutritt zu dem fünfgeschossigen Haus an der Weisestraße 47 verschafft hatten. An Fenstern des Vorderhauses wurden Transparente aufgehängt, die sich gegen Mietspekulation richteten.

Der Polizei gelang es durch Gespräche, dass drei der fünf Besetzer das Haus gegen 19.30 Uhr freiwillig verließen. Gegen 20.30 Uhr folgten ihnen die beiden Frauen, die zunächst noch in dem Gebäude geblieben waren. Bis 21 Uhr endete auch die spontane Kundgebung, die rund 130 Sympathisanten während der Besetzung vor dem Haus abgehalten hatten. Nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Neuendorf verlief auch sie friedlich.

Weil der Polizei kein Räumungsbegehren oder Strafantrag des Hauseigentümers vorlag, beschränkten sich die Beamten darauf, möglichen Nachahmern den Zutritt zu verwehren.

Bis auf zwei vermietete Wohnungen im Hinterhaus steht das gesamte sanierungsbedürftige Gebäude leer.

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