Neukölln

Unbekannte werfen Farbbeutel gegen Moschee

Unbekannte haben in Berlin-Neukölln erneut ein islamisches Gotteshaus attackiert. Die Täter warfen in der Nacht zum Sonntag mehrere Farbbeutel auf die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm, wie die Polizei am Montag mitteilte. Außerdem wurde ein Bild mit religionsverachtendem Inhalt abgestellt.

Erst vor kurzem war in der Moschee ein rechtsextremistischer Drohbrief eingegangen. Außerdem wurden vor wenigen Tagen auf dem nur unweit gelegenen Flugfeld Tempelhof Schmierereien mit islamfeindlichen Parolen entdeckt. In allen Fällen ermittelt der Staatsschutz beim Landeskriminalamt.

Rechtsextreme Drohbriefe waren bereits vor einigen Wochen an türkische, islamische und jüdische Einrichtungen und Gemeinden in Berlin verschickt worden. Dies hatte öffentliche Empörung ausgelöst. In den Schreiben wurden Muslime, Juden und Ausländer aufgefordert, das Land „bis zum Tag X“ zu verlassen. Sonst werde es „ungemütlich“.

Dagegen hatte Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) im Februar mit einem Solidaritätsbesuch in der Sehitlik-Moschee ein Zeichen gesetzt. Auch der evangelische Landesbischof Markus Dröge hatte das Gotteshaus besucht. Die Sehitlik-Moschee ist mit ihren zwei weißen Minaretten das größte islamische Gotteshaus in der Hauptstadt.