Plötzensee

Häftling vermutlich aus Ausländerhass niedergestochen

Vermutlich aus Ausländerhass hat im Berliner Männergefängnis Plötzensee ein 24-Jähriger einen vietnamesischen Mithäftling niedergestochen. Gegen den mutmaßlichen Angreifer werde wegen versuchten Mordes ermittelt, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag mit. Der Mann habe dem Vietnamesen am Freitagabend gezielt ein Messer in die Brust gerammt. Das 21 Jahre alte Opfer wurde notoperiert. Damit wurde in Teilen ein Bericht der „Berliner Zeitung“ bestätigt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der 24-Jährige bereits im Herbst des Vorjahres einen Ausländer in einer Pizzeria niedergestochen haben. Gegen den mutmaßlichen Messerstecher wurde deshalb ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen.

Laut Justizverwaltung sitzt der mutmaßliche Messerstecher derzeit auch wegen einer Ersatzfreiheitsstrafe in Haft, ebenso wie das Opfer. In diesen Fällen kommen Täter ins Gefängnis, die eine Geldstrafe nicht zahlen können oder wollen.

Der Vietnamese wurde nach der Attacke gegen 19.40 Uhr mit dem Messerstich und einer Fingerverletzung zunächst ins Unfallkrankenhaus Marzahn gebracht, wie die Justizverwaltung mitteilte. Weitere Stiche hatte der Angegriffene abwehren können, so die Staatsanwaltschaft. Der Häftling sei inzwischen ins Haftkrankenhaus verlegt worden.