Wedding

Unzufrieden mit Brötchen – Kundin prügelt

In Wedding hat eine junge Frau eine Bäckerei-Verkäuferin verprügelt: Auf dem Brötchen, das die 19-Jährige kurz zuvor gekauft hatte, fehlte angeblich der Gemüsebelag. Nach Angaben der Polizei hatte die Kundin, begleitet von einer 20 Jahre alten Freundin, in der Bäckerei in der Müllerstraße zunächst ein belegtes Brötchen gekauft. Kurze Zeit später kehrte die Frau in die Bäckerei zurück und beschwerte sich, laut Polizeimeldung „lautstark“, darüber, dass das Brötchen nicht mit Gurken- und Tomatenscheiben belegt war. Viele gastronomische Betriebe verzichten wegen der EHEC-Infektionswelle und der damit verbundenen Warnung vor dem Verzehr von rohem Gemüse derzeit insbesondere auf die Verarbeitung von Tomaten, Salat und Gurken.

Die 19 Jahre alte Kundin jedenfalls ging unmittelbar auf die Mitarbeiterin der Bäckerei los, „bewarf sie mit der Backware“, wie es in der Polizeimeldung heißt, schlug die Verkäuferin ins Gesicht und drängte sie in die hinteren Räume der Bäckerei. Eine Kollegin der Verkäuferin verbarrikadierte sich in einem Kellerraum und alarmierte von dort die Polizei. Auch die zuvor angegriffene Verkäuferin kann sich in den Keller flüchten. Anschließend raubten die Angreiferin und ihre Begleiterin Bargeld aus der Kasse, drohten den beiden Frauen im Keller „beide abzustechen“ für den Fall, dass sie die Polizei informieren würden, und flüchteten.

Kurze Zeit später wurden die Täterinnen von Polizisten des Abschnitts 35 in der Amsterdamer Straße festgenommen – die beiden Frauen hatten während ihrer Flucht noch eine 27-Jährige angegriffen und mit einem Messer am Arm verletzt. Die Polizeibeamten beschlagnahmten die von der 19-jährigen mutmaßlichen Messerstecherin benutzte Tatwaffe, fanden bei der 20-jährigen Begleiterin das aus der Bäckerei entwendete Bargeld. Dann übergaben sie die betrunkene Frau und ihre Mittäterin an das Jugendgruppengewaltkommissariat der Polizeidirektion 3. Die beiden überfallenen Verkäuferinnen und die durch den Messerstich am Arm verletzte Passantin wurden ärztlich behandelt. Die beiden Täterinnen waren bislang polizeilich nicht bekannt, sie wurde nach Abschluss aller kriminalpolizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.