Steine und Farbe

Vermummte attackieren griechisches Konsulat

Unbekannte haben Farbbeutel und Steine gegen das Griechische Generalkonsulat am Wittenbergplatz geschleudert. Dann verschwanden sie mit ihren Fahrrädern. Außenminister Westerwelle bedauerte den Vorfall gegenüber seinem griechischen Amtskollegen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Eine Gruppe Unbekannter hat in der Nacht zu Freitag das Griechische Generalkonsulat am Wittenbergplatz in Schöneberg mit Pflastersteinen und Farbbeuteln angegriffen und Sachschaden angerichtet. Verletzt wurde niemand, der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Gegen 2.55 Uhr hatte ein Fensterputzer beobachtet, wie eine Gruppe von etwa zwölf vermummten Radfahrern vor der Vertretung auf Kommando eines Rädelsführers gehalten hatte und auf ein weiteres Kommando hin Gegenstände auf das Gebäude geschleudert wurden. Wenig später hörte der Zeuge zersplitterndes Glas, Sekunden später flüchteten die Unbekannten in Richtung Lietzenburger Straße. Eine Sofortfahndung der alarmierten Polizei blieb erfolglos.

Bei einer Inaugenscheinnahme wurden 15 Farbkleckse auf der Außenfassade der Generalvertretung entdeckt, auf dem Gehweg lagen zahlreiche Pflastersteine unterschiedlicher Größe. Mehrere Fensterscheiben sowie die gläserne Eingangstür eines dort ansässigen Fremdenverkehrsbüros waren zerstört. Die Beamten stellten neben diversen Tüten, in denen sich offenbar die Steine und Farbbeutel befunden hatten, auch mehrere Papierblätter sicher, auf denen sich politische Botschaften bisher unbekannten Tenors befanden. Nach Informationen von Morgenpost Online soll sich in diesen Zeilen aber niemand konkret zu der Aktion bekannt haben, die Spuren werden jetzt ausgewertet. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Nach Angaben eines Ermittlers wird vermutet, dass deutsche Täter für den Angriff verantwortlich sind, die die Finanzhilfen Deutschlands für das verschuldete Griechenland kritisieren. Mit reiner Fremdenfeindlichkeit könne die Tat nichts zu tun haben, weil gezielt ein Gebäude zu einer Zeit angegriffen worden war, zu der sich Menschen normalerweise nicht auf der Straße befinden. Die Ermittlungen dauern an.

Außenminister Guido Westerwelle verurteilte die Tat. In einem Telefonat mit seinem griechischen Amtskollegen Dimitris Droutsas drückte der FDP-Politiker sein persönliches Bedauern über den Vorfall aus. Westerwelle sagte: „Diese Tat stößt nicht nur in der Bundesregierung, sondern auch in der deutschen Bevölkerung auf Empörung.“ Er betonte, dass „die deutschen Sicherheitskräfte weiterhin alles Erforderliche tun werden, um die diplomatischen und konsularischen Vertretungen in Deutschland zu schützen“.