Charlottenburg

Falscher Polizeibeamter randaliert vor Diskothek

Ein Türsteher einer Diskothek an der Joachimsthaler Straße in Berlin-Charlottenburg hat in der Nacht zu Freitag Zivilbeamte auf einen mutmaßlich falschen Polizisten aufmerksam gemacht. Der Mann habe sich als Polizeibeamter ausgegeben, nachdem er der Disko verwiesen worden war. Außerdem habe er gedroht, "das Lokal räumen zu lassen", sagte der Türsteher aus.

Als die Polizeibeamten gegen 2 Uhr ihren vermeintlichen Kollegen ansprachen, reagierte dieser sofort aggressiv, schrie sie an und beleidigte sie mehrfach. Auf Befragen gab er nun plötzlich vor, Journalist zu sein. Außerdem behauptete er, seine Personalpapiere befänden sich in der Diskothek. Daraufhin begaben sich die Beamten mit dem 27-Jährigen in den Club. Hier versuchte sich der Renitente durch Flucht dem Gewahrsam der Beamten zu entziehen. Als die Polizisten ihn daraufhin festhielten und wieder aus der Disko führen wollten, ließ er sich immer wieder fallen und schlug mehrfach um sich. Vor dem Einsatzfahrzeug versuchte er, einen der Zivilpolizisten mit dem Ellenbogen zu treffen und den anderen anzugreifen. Daraufhin legten ihm die Beamten die Handschellen an und übergaben ihn an ihre uniformierten Kollegen. Doch auch diesen gegenüber leistete der Randalierer erheblichen Widerstand, indem er mit dem Kopf in Richtung der Nase eines der Beamten stieß und ihm gegen das Schienbein trat. Der Polizist wurde leicht verletzt.

Plötzlich versuchte ein bisher unbeteiligter 20-Jähriger, bei dem es sich offenbar um einen Freund des Gefesselten handelte, seinen Kumpel zu befreien. Doch die Aktion misslang.

Bei der anschließenden Personalienfeststellung fanden die Beamten bei dem 20-Jährigen zwei gefälschte Polizeidienstausweise, die sie beschlagnahmten. Gegen ihn wird nun wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Urkundenfälschung ermittelt.

Der alkoholisierte 27-Jährige wurde zwecks Blutentnahme zu einer Gefangenensammelstelle gebracht und anschließend wieder entlassen. Ihn erwarten nun Strafermittlungsverfahren wegen Widerstandes, Amtsanmaßung und Urkundenfälschung.