Lichtenberg

Neonazis marschieren nach U-Bahn-Überfall in Tatortnähe

Nach dem brutalen Überfall auf einen 30-Jährigen in der Berliner U-Bahn sind am Mittwochabend rund 30 Rechtsextremisten durch Berlin-Lichtenberg gezogen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, startete die unangemeldete Demonstration in Tatortnähe am U- und S-Bahnhof-Lichtenberg. Die vermummten Personen hätten Zeugen zufolge Fackeln getragen und ausländerfeindliche Parolen gerufen. Vor Eintreffen der alarmierten Polizisten habe sich die Demonstration aufgelöst.

Bei der Suche nach Aufzugsteilnehmern überprüften die Beamten nach eigenen Angaben im Weitlingkiez in der Nähe des Münsterlandplatzes unter anderem vier Personen in einer nahegelegenen Gaststätte und beschlagnahmten eine Sturmhaube. Die Kriminalpolizei habe ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet.

Im Zusammenhang mit dem brutalen Überfall im U-Bahnhof Lichtenberg in der Nacht zum Sonnabend sind vier Tatverdächtige im Alter von 14 und 17 Jahren festgenommen worden. Sie stammen Medienberichten zufolge aus Kenia, Irak, dem Kosovo und Albanien. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Raubmord und gefährliche Körperverletzung vor. Die mutmaßlichen Täter sollen unter anderem angegeben haben, vom später schwer verletzten Opfer fremdenfeindlich beleidigt worden zu sein.