Mein Berlin - Charlottenburg

Adnan Oral und das italienische Gefühl

Mit Prominenten durch den Kiez: Promi-Gastwirt Adnan Oral kennt Orte für jede Gemütslage - einen fürs Alleinsein und einen für "das italienische Gefühl", einen für Trubel und einen für Ruhe.

Adnan Oral ist Promi-Gastwirt. Zu seinen Gästen gehören Sabine Christiansen, Carmen Nebel, Laurenz Meyer und Vicky Leandros. Sie alle kennen Herrn Oral unter seinem Rufnamen Adnan. Das bedeutet "Sohn des Paradieses", worauf er sehr stolz ist. So hat er auch sein Restaurant an der Schlüterstraße in Charlottenburg "Adnan" genannt. Zu Beginn der 80er-Jahre kam der Fabrikarbeiter aus der Türkei nach Berlin und arbeitete als Tellerwäscher im Forum Steglitz. Drei Jahre später eröffnete er eine Espresso-Bar neben dem Café Kranzler. Es folgen das Restaurant Adriano an der Grolmanstraße, das Schell am Savignyplatz und das Roseneck im Grunewald. Adnan Oral ist 50 Jahre alt und hat eine Tochter.

1. Kindervorstellungen

Ich war vor einer Woche im Kino Die Kurbel . Wir haben uns einen Animationsfilm mit einer Biene über ein Honigkomplott angesehen. Ich muss regelmäßig in das Kino gehen - obwohl müssen nicht stimmt. Ich gehe freiwillig, meine Tochter liebt dieses Kino und die Kindervorstellungen. Im Foyer gibt es Popcorn. Im Saal sind die Sessel mit dunkelrotem, samtigem Stoff bezogen, die Wände mit rotem Holz abgesetzt ebenso die Balustrade mit den Ringplätzen. Einfach ein schönes Kinogefühl.

Giesebrechtstraße 4, Reservierungen unter Tel. 88 91 59 98, Kinderfilme ab 12 Uhr. Mittwochs Kinotag: Eintritt 4 Euro, sonst Kinder 5 Euro, Erwachsene 6 bzw. 7 Euro

2. Fassadenbummel

Die Mommsenstraße ist eine der schönsten Spazierstraßen der Stadt. Hier stehen so viele herrlich anzusehende Altbauten. Mein Lieblingshaus ist das mit der Nummer 3. Es hat einen sehr schönen Innenhof, obwohl der öffentlich eigentlich nicht zugänglich ist. Aber ich kenne Leute, die hier wohnen, darunter ein paar Politiker.

3. Ruhe im Trubel

Der Savignyplatz ist meine alte Heimat. Hier habe ich zu Beginn der 90er-Jahre als Gastronom angefangen, mit dem Schell und dem Adriano. Was ich besonders mag ist die Grünanlage. Da kann man sich mitten in der Großstadt für einige Augenblicke zurückziehen, sich auf eine Bank setzen und die Gedanken schweifen lassen. Entspannend!

4. Arbeitsweg

Es gibt viele schöne, kleine Geschäfte rund um die Bleibtreustraße , vor deren Schaufenstern ich gern stehen bleibe, vor allem bei den Buchläden. Hier komme ich immer auf dem Weg zur Arbeit in mein Restaurant an der Schlüterstraße vorbei oder zurück auf dem Weg nach Hause, ich fahre nämlich mit der S-Bahn.

5. Allein sein

Wenn ich allein sein will, besuche ich das Schloss Charlottenburg . Ich gehe gern ins Museum, habe aber kein Lieblingsbild - nur ein einziges hervorzuheben wäre so, als ob ich die übrigen Bilder herabwürdigen würde. Und das geht nicht, denn sie alle sind schön. Zum Entspannen spaziere ich danach gemütlich durch den Park und trinke einen Kaffee.

6. Literatur im Denkmal

Ich spaziere regelmäßig zur Fasanenstraße südlich des Kurfürstendamms, zu dem denkmalgeschützten Wintergarten-Ensemble mit dem Literaturhaus, dem Käthe-Kollwitz-Museum und der Villa Grisebach. Die Anlage ist sehr gepflegt, und der alte Baumbestand sieht großartig aus.

7. Lieblingsboulevard

Er hat einen Namen, und er hält was er verspricht: Der Kurfürstendamm ist mein Lieblingsboulevard in Deutschland. Ich entdecke immer etwas Neues: gute Geschäfte, renommierte Marken, gute Verkäufer. Danach: ab ins Kaffeehaus

8. Italien-Gefühl

Schön finde ich den Walter-Benjamin-Platz , der nach Plänen von Hans Kollhoff und Helga Timmermann entstanden ist. Ich laufe oft und gern über die breite Piazza mit dem Brunnen auf der einen und der Kastanie auf der anderen Seite. Gefühltes Italien.

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