Staatsbesuch

Königin Margrethe: So läuft ihr Berlin-Besuch

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Königin Margrethe II. und Kronprinz Frederik von Dänemark sind zu einem Staatsbesuch in Berlin. Das ist das royale Programm bis Freitag

Berlin. Nach blauer Zurückhaltung nun also rotes Powerdressing. Am zweiten Tag ihres Staatsbesuchs in Deutschland leuchtete Königin Margrethe II. von Dänemark an der Seite ihres Sohns, Kronprinz Frederik, in Signalfarbe durch Berlin. Hut, Lippenstift, Nagellack und Schmuck hatte die 81-Jährige ebenfalls Ton in Ton abgestimmt, als sie am Morgen zu ihrem vollgepackten Programm aufbrach. Nach der Eröffnung einer deutsch-dänischen Nachhaltigkeitskonferenz mit der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), und dem dänischen Außenminister Jeppe Kofod besuchten die Royals den Pierre Boulez Saal.

Nach einem Konzert von Studierenden der Barenboim-Said-Akademie ging es weiter zu der Enthüllung einer Gedenktafel für den dänischen Schriftsteller Herman Bang, einem Besuch im Literaturhaus mit Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und ins Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Am Abend stand ein Empfang im Deutschen Historischen Museum auf der Agenda. Für die einem Königinnenbesuch entsprechenden Bilder sorgten neben dem farbenfrohen Outfit auch fähnchenschwenkende Kinder. Am Freitag geht es für Margrethe weiter nach München.

Königin Margrethe ist seit Mittwoch in Berlin

Margrethe und Kronprinz Frederik waren am Mittwochvormittag auf dem militärischen Teil des Flughafens BER gelandet. Dort wurden sie von Stephan Steinlein, Chef des Bundespräsidialamtes, und der dänischen Botschafterin Susanne Hyldelund in Empfang genommen. Die Königin im himmelblauen Kostüm mit passendem Hut mit Feder und dem Anschein nach bestens aufgelegt, ihr Sohn ebenfalls vergnügt, im dunklen Anzug und mit lässigem, Barbershop-gepflegtem Bart. Irgendwie hyggelig – angenehm.

Königin Margrethe: Vom Flughafen BER ging es zum Schloss Bellevue

Im schwarzen, beflaggten Maybach ging es direkt ins Schloss Bellevue, wo Gastgeber und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender die königlichen Gäste bereits mit rotem Teppich und militärischen Ehren erwarteten. Zuerst also ein Foto vor der Tür, ohne Maske, dafür mit Abstand, von Elke Büdenbender mit einer Armlänge vorbildlich demonstriert.

Die First Lady hatte sich für ein petrolfarbenes Cocktailkleid mit passendem Mantel entschieden – ihre verlässlich-elegante Wohlfühlkombination, die sie so ähnlich auch schon zum Empfang von Prinz William und Herzogin Catherine und König Willem-Alexander und Königin Máxima der Niederlande getragen hatte.

Nach dem Abspielen der Nationalhymnen schritten beide Staatsoberhäupter die Ehrenformation der Bundeswehr ab. Beide hatten sich erst im Juni in Dänemark getroffen, als sie die friedliche Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland im Jahr 1920 feierten. Nach einem Eintrag ins Gästebuch des Schlosses zogen sich Bundespräsident Steinmeier und Königin Margrethe II. zu einem Gespräch zurück.

Königin Margrethe trifft Angela Merkel

Royale Staatsbesuche folgen immer einem ähnlichen Muster, und so standen auch dieses Mal wieder Bellevue, Bundeskanzlerin und Brandenburger Tor sowie Kultur, Wirtschaft und Charity nach Vorlieben der Gäste auf dem Programm.

So legten Margrethe und Frederik am Mittwoch einen Kranz vor der Neuen Wache, dem Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, nieder, besuchten das Humboldt Forum und trafen sich mit einer sichtlich entspannten Angela Merkel. Königin Margrethe besuchte zudem die Charité, wo sie mit Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Berliner Universitätsmedizin, über die Geschichte und neue Projekte des größten Universitätskrankenhauses Europas sprach.

Frederik durfte sich währenddessen baumeisterlich mit gelber Warnweste im Heizkraftwerk Reuter West umsehen, um sich über die Umstellung von der Kohle zu grünen Energieformen zu informieren.

Für den Abend stand wiederum ein Staatsbankett in Bellevue auf dem Programm. Steinmeier hob in seiner Rede vor allem die enge Verbundenheit der beiden Länder hervor: „Dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark in den Jahrzehnten Ihrer Regentschaft zu einer engen und vertrauensvollen Freundschaft entwickelt haben, daran haben Sie, verehrte Königin Margrethe, großen Anteil.“

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