Die Hexenprinzessin

Die Berlinerin Charlotte Krause ist plötzlich Prinzessin

Die Berlinerin Charlotte Krause spielt die Hauptrolle in dem ZDF-Märchenfilm „Die Hexenprinzessin“.

Die Berliner Schauspielerin Charlotte Krause ist im kommenden Jahr im neuen Film von Til Schweiger zu sehen.

Die Berliner Schauspielerin Charlotte Krause ist im kommenden Jahr im neuen Film von Til Schweiger zu sehen.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin. Gerade einmal acht Jahre alt musste Charlotte Krause werden, um zu wissen, dass sie Schauspielerin werden wollte. Also griff die Berlinerin zum Telefonhörer und bewarb sich bei einer Agentur. Zehn Jahre sind seitdem vergangen – und Krause ist dabei geblieben. Am 27. Dezember ist sie im ZDF in ihrer ersten Filmhauptrolle zu sehen. In dem Märchenfilm „Die Hexenprinzessin“ (13.20 Uhr und ab sofort in der Mediathek) spielt sie Zottel, widerspenstige Zwillingsschwester der vorbildlichen Königstochter Amalindis, die zum Zwecke der Friedensstiftung mit einem benachbarten Prinzen (Jerry Hoffmann) verheiratet werden soll. Als Amalindis kurz vor der Vermählung unter mysteriösen Umständen verschwindet, machen sich Zottel und Prince Charming auf eine abenteuerliche Suche.

Gedreht wurde der Film nach dem norwegischen Volksmärchen „Zottelhaube“ vor einem Jahr in Tschechien. Unter anderem in Prag, auf Burg Bouzov und auf Burg Bezděz . Neben Krause standen etablierte Schauspieler wie Ken Duken, Jürgen Vogel und Désirée Nosbusch vor der Kamera. In die Position im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sei sie dank der Unterstützung der Kollegen und Regisseur Ngo The Chau leicht hineingewachsen, sagt die 18-Jährige. Zuerst sei es ihr schwer gefallen, in der Rolle so wild zu sein, sagt Krause. Nach einer Woche Proben und Ermutigungen von Ngo The Chau habe sie jedoch aus sich herausgehen können und Spaß an der Seite gefunden, die sie vorher gar nicht an sich vermutet habe. Trifft man Charlotte Krause persönlich, ähnelt sie in der Tat eher der Märchen- als der Hexenprinzessin.

Studium und Schauspielerei für finanzielle Unabhängigkeit

Dass sie die Rolle dennoch bekommen habe, habe vielleicht mit ihrem Mut beim Casting zu tun gehabt, glaubt die Schauspielerin. Die Einladung sei mit der Aufforderung verbunden gewesen, sich so zu verkleiden, wie sie sich die Figur vorstelle. Also färbte Charlotte Krause ihre Haare mit Kreide rot und toupierte sie zu einer ungestümen Frisur. Vor Ort angekommen sei sie die einzige Kandidatin in Kostüm gewesen, erinnert sie sich. Das habe den Castern offensichtlich gefallen.

Wäre es eine Absage geworden, hätte Charlotte Krause aber wohl auch mit dieser Entscheidung leben können. Nach zehn Jahren Castingerfahrung habe sie sich an den Stress gewöhnt und gelernt, mit Niederlagen umzugehen. „Ich sehe es eher als Ansporn, dass es dann beim nächsten Mal klappt“, sagt sie. Immerhin habe sie bis zu ihrem 14. Lebensjahr warten müssen, bis sie überhaupt eine Rolle bekommen habe. „Als Kind habe ich nicht gedacht, jemals einen Job als Schauspielerin zu bekommen“, so Krause. „Ich dachte, man geht zu Castings, um zu Castings zu gehen.“

Eine Zusage bekam sie schließlich 2016 für die RTL-Comedyserie „Magda macht das schon!“. Vier Staffeln lang spielte sie dort die Rolle der Schülerin Leah Holtkamp. Gedreht wurde immer im Sommer in Kleinmachnow und Adlershof. Hauptsächlich in den Sommerferien, schließlich ging Krause damals selbst noch zur Schule. Gab es einmal Überschneidungen, habe sie ihre Hausaufgaben häufig auf dem Weg dorthin gemacht. Weil sie ehrgeizig war und von den Kollegen am Set gelernt habe, dass man sich auf die Schauspielerei allein besser nicht verlassen sollte, machte Charlotte Krause nebenbei trotzdem noch ihr Abitur.

„Schauspielerei ist meine große Leidenschaft, aber ich möchte nicht finanziell davon abhängig sein“, sagt Charlotte Krause nach wie vor. Deshalb studiert sie parallel im ersten Semester Philosophie, Kulturwissenschaften und Technikwissenschaften an der Technischen Universität. Ein interdisziplinärer Studiengang, der Geisteswissenschaften mit Informatik und BWL verbindet. Die praktische Komponente gefalle ihr gut, was sie damit einmal machen werde, darauf wolle sie sich aber noch nicht festlegen. Eine Richtung, die Krause interessiert, ist die Filmproduktion. Sie könne sich vorstellen, später die Filmhochschule in Potsdam oder Hamburg zu besuchen. Bis dahin wolle sie sich aber auf die Schauspielerei konzentrieren.

Im kommenden Jahr wird Charlotte Krause im Kino im neuen Til-Schweiger-Film „Die Rettung der uns bekannten Welt“ zu sehen sein, sie spielt eine Frau mit Asperger-Syndrom. „An der Schauspielerei mag ich die Rollen, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie einmal spielen würde“, sagt sie. Eine Traumrolle könne sie gar nicht benennen – Hauptsache nicht langweilig. Das aufwendige Drehen für die große Leinwand, mit mehr Zeit und Budget, habe ihr gefallen, sagt die Berlinerin. Sie hoffe, sich in diese Richtung weiterentwickeln zu können. Vielleicht einmal mit einer historischen Rolle. Ansonsten plane sie nicht weit voraus. „Ich bin zur Filmwelt eher aus einer Hobbyperspektive gekommen. Ein bisschen ist das auch heute noch so. Ich denke immer nur von Projekt zu Projekt“, sagt sie.

Nur ein kleines bisschen spukt im Hinterkopf dann auch noch die Idee von einer beruflichen Perspektive als Musikerin herum. Charlotte Krause hatte sechs Jahre lang klassischen Gesangsunterricht, sie spielt Klavier und bringt sich derzeit selbst Gitarre bei. „Musik ist eher etwas, was ich für mich zu Hause mache. Das ist meine Zuflucht“, sagt sie. Aber wer weiß. Für „Die Hexenprinzessin“ immerhin, durfte sie neben der Hauptrolle auch den Titelsong beisteuern.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen