Berliner Fashion Week

Letzter Vorhang auf dem Laufsteg im Kraftwerk

Der offizielle Teil der Berliner Fashion Week endet mit alten Bekannten wie Wolfgang Joop und Kilian Kerner.

Designerin Lena Hoschek zeigt ihre Winterentwürfe im Kraftwerk unter dem Motto „Artisan, Partisan".

Designerin Lena Hoschek zeigt ihre Winterentwürfe im Kraftwerk unter dem Motto „Artisan, Partisan".

Foto: Jens/Kalaene/dpa

Berlin. Kaum hatte die Mercedes-Benz Fashion Week (MBFW) in Berlin begonnen, war sie fast schon wieder vorbei. Im Kraftwerk in der Köpenicker Straße wurde am Mittwochabend die Abschlussshow ausgerufen. Absolviert von Modeveteran Wolfgang Joop. Bereits am Mittag zeigte die österreichische Designerin Lena Hoschek ihre Entwürfe für die zweite Jahreshälfte unter dem Motto „Artisan, Partisan“. Die 38-Jährige, für ihre modischen 50er- und 60er-Jahre-Zitate bekannt, begab sich auf Inspirationsreise von Wien über den Balkan, nach Frankreich, Italien und Ostanatolien.

Nach Rebekka Ruetz und Nobi Talai gehörte die Aufmerksamkeit am Abend Designer Kilian Kerner. Der Wahlberliner hatte sich bei seiner Kollektion von Bibi Blocksberg inspirieren lassen. Anlässlich ihres 40. Geburtstages verhalf Kerner der kleinen Hexe im Kraftwerk zum Laufstegdebüt. Modisch gestaltete sich das weniger verspielt als vermutet. Kerner zitierte mit Grün und Rot die Farben seiner Kindheitsheldin, versah die Models mit einer dezenten roten Haarschleife und kehrte ansonsten zu seinen sportlich eleganten Bestzeiten zurück. Er habe sich beim Entwerfen gefragt, wie Bibi Blocksberg wohl als Frau aussehen würde, so Kerner. „Daraus entstand dann das Thema zu meiner neuen Kollektion.“ „Ich glaube, Bibi würde sich als Erwachsene genau so kleiden“, so das Expertenurteil von Bibi-Blocksberg-Darstellerin Lina Larissa Strahl.

Riani eröffnete mit dem Gefangenenchor aus Verdis Oper „Nabucco“. In der Frontrow bewunderten die Schauspielerinnen Sonja Gerhardt, Natalia Wörner und Anna Loos weich fließende Pullover aus Cashmere zu schwingenden Röcken in Midi-Länge, Hosenanzüge mit großem und kleinem Karo. Naturtöne, aber auch Himmelblau – als Hosenanzug und Mantel. Elegante fließende Linien, sehr tragbar und gut kombinierbar.

Kollege Marcel Ostertag hatte sich für eine Show im „Westin Grand“ an der Friedrichstraße entschieden. In seiner Kollektion „Memories“ wollte der Modemacher den Glanz der 70er-Jahre wiederauferstehen lassen und seinem ersten Designeridol Gianni Versace ein Denkmal setzten.