Bundespresseball

Beim Bundespresseball trifft Klimademo auf grünen Teppich

Der Bundespresseball im Hotel „Adlon Kempinski“ ist in diesem Jahr klimaneutral. Vor der Tür protestiert am Freitag Fridays for Future.

Zwei-Sternekoch Hendrik Otto, Gregor Mayntz, Chef der Bundespressekonferenz, und Executive Chef Stephan Eberhard begrüßen die Gäste zum 68. Bundespresseball im Hotel „Adlon“.

Zwei-Sternekoch Hendrik Otto, Gregor Mayntz, Chef der Bundespressekonferenz, und Executive Chef Stephan Eberhard begrüßen die Gäste zum 68. Bundespresseball im Hotel „Adlon“.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Am Freitag geht der weltweite Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung auch in Berlin in die nächste Runde. Die Demonstration beginnt mittags am Brandenburger Tor – dort, wo am Abend 2300 Gäste den 68. Bundespresseball im Hotel „Adlon Kempinski“ feiern wollen.

Auch wenn die Tausenden erwarteten Protestierenden nicht direkt am Haus vorbeilaufen, werde die Anreise durch Straßensperrungen schwieriger, so die Organisatoren von Hotel und Bundespressekonferenz am Mittwoch. Grund zur Sorge bestehe jedoch nicht. Die Sicherheitsstufe sei aufgrund der hochrangigen politischen Gäste sowieso die höchste. „Mehr geht nicht“, so Hotelmanager Carsten Seubert. Unter anderen werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Familienministerin Franziska Giffey, Gesundheitsminister Jens Spahn und der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder erwartet.

Beim Bundespresseball im „Adlon“ herrscht höchste Sicherheitsstufe

Zudem sei man best möglich vorbereitet, um den Ablauf reibungslos zu gestalten. Alle Anlieferungen wurden auf den Donnerstag vorgezogen. Für die Anreise gebe es entsprechende Zufahrtsgenehmigungen. Trotzdem empfehle er den Gästen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, sagte Gregor Mayntz, Vorsitzender der Bundespressekonferenz. Das sei nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlich. Abendgarderobe hin oder her.

Denn schließlich soll der Klimaschutz am Freitag nicht nur vor der Tür im Mittelpunkt stehen. Der Bundespresseball, der zum fünften Mal am Pariser Platz stattfindet, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wandel“. Zum Ausgleich des geschätzten Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes von 316.800 Kilogramm zahlen die Veranstalter 3294 Euro an Klimaschutzprojekte in Asien und Südamerika. Der Shuttle-Service erfolgt mit E-Autos, die Einlassbändchen sind aus recycelten PET-Flaschen gefertigt, der rote Teppich aus recyceltem Müll aus den Ozeanen. „Er ist also eigentlich grün“, so Mayntz. Studierende des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik werden auf dem Ball ihre nachhaltigen Kleiderkreationen präsentieren.

Bundespresseball-Menü von Zwei-Sternekoch Hendrik Otto

In der Küche des „Adlon“ gilt dieses Konzept schon lange – und so natürlich auch am Freitagabend. „Wir wecken selbst ein, wir beziehen Produkte aus der Region und versuchen, Abfall zu vermeiden. Das ist für uns völlig normal“, so Hendrik Otto aus dem „Lorenz Adlon Esszimmer“. Der Zwei-Sternekoch ist beim Ball für das gesetzte Dinner verantwortlich. Rieslingschaumsuppe, Tafelspitz und Pfirsich Melba – alles modern interpretiert – stehen für den Bundespräsidenten und 300 geladene Gäste auf dem Menü. „Ich erinnere mich an meine Schweißausbrüche im ersten Jahr“, so Otto. „Mittlerweile werde ich aber immer entspannter.“

Die Flaniergäste verköstigen Executive Chef Stephan Eberhard und sein Team an 18 Food-Ständen. Allein 2000 Königsberger Klopse, 1500 Currywürste und 4000 Austern kommen dabei auf zwei Ebenen auf den Teller. Der Bundespresseball ist die einzige Veranstaltung, für die alle öffentlichen Bereiche des „Adlon“ exklusiv gebucht sind.