Kaviar Gauche

Kaviar Gauche: Berlin von seiner schönsten Seite

Vor 15 Jahren gründeten Johanna Kühl und Alexandra Roehler ihr Label Kaviar Gauche in Berlin.

2004 gründeten Johanna Kühl (l.) und Alexandra Roehler ihr Label Kaviar Gauche in Berlin.

2004 gründeten Johanna Kühl (l.) und Alexandra Roehler ihr Label Kaviar Gauche in Berlin.

Foto: Patrycia Lukas / Patrycia Lukas Photographie

„Heute würde ich mich das nicht mehr trauen“, sagt Johanna Kühl und lacht. Vor 15 Jahren hatten die Designerin und ihre Kollegin Alexandra Roehler eigentlich keine Chance – und nutzen sie trotzdem. Während der Herbst-Fashion-Week in Paris veranstalteten die beiden Absolventinnen der Berliner Modehochschule Esmod eine Guerillaschau in der Rue Saint-Honoré, gleich gegenüber der legendären Boutique „Colette“. „Unsere jugendliche Naivität hat uns angetrieben“, sagt Kühl.

Und die zahlte sich aus. Eine Einkäuferin des amerikanischen Luxuskaufkauses Barneys New York war vor Ort, wurde auf das soeben in Berlin gegründete Label aufmerksam und begründete so den bis heute anhaltenden internationalen Erfolg der Modemacherinnen. Paris ist das Inspirations- und Gravitationszentrum für Kaviar Gauche geblieben. Die Entwürfe sind französisch elegant. Feminine Leichtigkeit mit Berliner Coolness-Faktor. Klare Formen, Hochwertigkeit und 70s-Zitate sind typisch für die Kollektionen.

Anfänge von Kaviar Gauche bei der Fashion Week in Paris

Wer nicht in Paris zeige, erreiche zudem kein internationales Publikum, sagt Kühl. Auf eine Show bei der Fashion Week in Berlin verzichten die Designerinnen hingegen schon seit mehreren Jahren.

Zu Beginn sei die deutsche Modewoche international bedeutender gewesen, auch wegen der Bread & Butter. „Wir haben aber schnell gemerkt, dass hier nicht unsere Einkäufer und unsere Presse sind.“

Trotzdem bezeichnet Johanna Kühl Berlin als Basis des Unternehmens. Hier wurde gegründet, hier wird noch heute alles produziert. Auch wenn Berlin bis heute keine Modemetropole sei, habe die Stadt doch eine besondere Strahlkraft.

Seit zehn Jahren gibt es von Kaviar Gauche jedes Jahr auch eine Bridal Collection. Hochwertige Brautmode, deren Entwürfe an die Individualität der Trägerin angepasst werden. Jede Größe werde möglich gemacht und die Brautmutter gleich mit ausgestattet, sagt Kühl.

Für ein Brautkleid von Kaviar Gauche kommen Kundinnen auch aus dem Ausland eingeflogen. Denn Shops gibt es bisher nur in Berlin, Düsseldorf und München. Ab 1300 Euro aufwärts müssen dafür investiert werden. Für den schmaleren Geldbeutel gibt es an Torstraße die Bridal Budget Boutique mit Unikaten und Press Samples. Oder, wie an diesem Freitag und Sonnabend, bei einem seltenen Sale die Möglichkeit, ein Schnäppchen zu machen.

Für die Bridal Collection kommen Kundinnen aus der ganzen Welt nach Berlin

Abendkleider gibt es von Kaviar Gauche hauptsächlich auf Anfrage. Prominente Kundinnen sind beispielsweise Heike Makatsch, Lena Meyer-Landrut und Sibel Kekilli. Zum Jubiläum haben Kühl und Röhler eine Ready-to-Wear-Capsule-Collection mit alten und neu interpretierten Klassikern entworfen. Ein Best of Kaviar Gauche unter dem Motto „Back to the Basics“.

Der Asymmetric Bustier Overall in neuen Farben ist dabei. Ein Bestseller, den Kühl und Röhler nun auch als Kleid abgewandelt haben. Hoch geschlitzt für Leichtigkeit in der Bewegung. Jacke und Hose des Oversized-Smokings können für lässige Eleganz am Tag auch einzeln kombiniert werden. Der Pinot Overall mit flexibler Corsage und weich fallender Hose ermöglicht Femininität, Coolness und Tragbarkeit. Anders als sonst sind die Entwürfe nicht aus 100 Prozent Seide, sondern aus Triacetat gefertigt. Dadurch sind sie unempfindlicher und weniger preisintensiv. Kaviar Gauche für jeden Tag gewissermaßen.