Emilia Clarke

„Game of Thrones“-Star überrascht in Weihnachtsfilm

„Game of Thrones“-Star Emilia Clarke zeigt im Weihnachtsfilm „Last Christmas“ eine ganz andere Seite. Wir haben sie getroffen.

Emilia Clarke als Kate im Weihnachtsfilm "Last Christmas".

Emilia Clarke als Kate im Weihnachtsfilm "Last Christmas".

Foto: Jonathan Prime / dpa

Berlin. Die weißblonden Haare sind Vergangenheit und auch die Drachen hat Emilia Clarke hinter sich gelassen. Im Mai war die 33-Jährige zum letzten Mal als Daenerys Targaryen in der erfolgreichen Fantasyserie „Game of Thrones“ zu sehen. In ihrem neuen Film „Last Christmas“ zeigt sich die Londonerin jetzt von einer ganz anderen Seite.

In der Tragikomödie, die am 14. November ins Kino kommt, spielt sie an der Seite von Emma Thompson, die, inspiriert von dem berühmten Wham!-Song, auch das Drehbuch geschrieben hat. Emilia Clarke ist Kate, eine junge Frau, die nach einer Herztransplantation Schwierigkeiten hat, zurück in ihr altes Leben zu finden. Sie arbeitet als Elf in einem Weihnachtsshop, als Tom in ihr Leben tritt. Aber obwohl er es schafft, Kate wieder Lebensfreude und Selbstvertrauen zu schenken, scheint Tom doch ein Geheimnis zu haben.

Wir haben die Schauspielerin vorab im Soho House an der Torstraße zum Interview getroffen.

Berliner Morgenpost: Wenn man einen Film über Ihren heimlichen Lieblingssong drehen würde, wovon würde er handeln?

Emilia Clarke: Ich liebe die Band The Streets, das würde bestimmt einen guten Film abgeben. Das Album „A Grand Don’t Come For Free“ erzählt eine ganze Geschichte, aber die Musik muss man nicht heimlich hören. Einen Film über Billie Holiday könnte ich mir auch vorstellen, sie hatte ein sehr faszinierendes Leben. Ich habe wenige peinliche Lieblingssongs, muss ich leider sagen.

Wie ist es mit „Last Christmas“, lieben Sie oder hassen Sie den Song?

Ich liebe den Song! Es ist der beste Weihnachtssong aller Zeiten. Bevor ich den Film gedreht habe, war mir gar nicht bewusst, dass so viele Menschen den Song hassen. Ich hatte bei den Dreharbeiten also sehr viel Spaß, ihn immer wieder zu singen.

Sind Sie ein Weihnachtsmensch?

Ich bin definitiv ein Weihnachtsmensch. Ich mag die Stimmung an Weihnachten, weil fast alle Menschen frei haben, egal, ob sie religiös sind oder nicht. Wenn man durch die Straßen läuft, ist die Atmosphäre deshalb sehr entspannt. Die Menschen verbringen Zeit mit Freunden oder Familie und betrinken sich. Was könnte man daran nicht mögen?

Sie feiern mit der Familie?

Ja, genau. Wir feiern jedes Jahr zu Hause in London. Viele meiner Freunde treffen sich an Weihnachten abends, um sich gemeinsam zu betrinken. Das gibt es bei uns in der Familie nicht. Das würde meine Mutter nicht erlauben (lacht).

Schauen Sie sich dann gemeinsam Filme an? Ihren eigenen beispielsweise?

Auf keinen Fall. Ich sehe mir nicht gern selbst beim Spielen zu. Ich schaue mir meine eigenen Filme genau so oft an, wie es unbedingt notwendig ist. Besonders schlimm finde ich Premieren, bei denen man im Kino sitzen bleiben muss und die anderen Gäste mir zuschauen, wie ich den Film schaue. Ich mag mich einfach nicht selber sehen. Ich schaue oft genug in den Spiegel, das reicht. Bei „Game of Thrones“ konnte ich die Szenen ohne mich gucken und hatte trotzdem eine Serie, die ich sehr gern mochte.

Kaufen Sie Ihre eigenen Geschenke oder sind Sie zu berühmt zum Shoppen?

Natürlich, ich liebe es, Geschenke zu kaufen. Wenn ich es nicht schaffe, bestelle ich online. Und ich kaufe immer zu viel. Das ist Teil meiner DNA, ich liebe Schenken. Vielleicht ist das ein bisschen eigennützig, weil ich mich so gut dabei fühle. Schenken schüttet sehr viel Serotonin aus.

Lieben Sie es genau so sehr, Geschenke zu bekommen?

Nein, darin bin ich sehr schlecht. Mir ist das irgendwie peinlich. Und mittlerweile ist es noch schlimmer. Die meisten meiner Freunde haben nichts mit Hollywood zu tun und verdienen normales Geld. Das führt dazu, dass sie sich mir gegenüber unwohl fühlen. Ich kaufe mir also lieber selbst ein teures Paar Schuhe. Das schönste Geschenk, das ich jemals bekommen habe, war ein Buch mit Gedichten und kleinen Kunstwerken, das meine Freunde zu meinem 30. Geburtstag zusammengestellt haben. Das ist mir viel lieber, als wenn jemand gedankenlos einfach etwas kauft.

2019 ging nach acht Staffeln „Game of Thrones“ zu Ende. Wie fühlt sich die neu gewonnene Freizeit an?

Ich habe in den vergangenen Jahren nicht viel freie Zeit gehabt. Außer sonntags, der ist mir heilig. Jemanden am Sonntag arbeiten zu lassen ist einfach unanständig. Ich habe da ein festes Ritual: Ich lese zwei oder drei Zeitungen, bleibe zu Hause und trinke sehr viel Tee. Wenn eine so lange Episode im eigenen Leben zu Ende geht, fühlt sich das natürlich ein wenig sentimental an. Aber es ist auch eine Befreiung. Das hört sich vielleicht komisch an, weil es klingt, als wäre ich an „Game of Thrones“ gekettet gewesen. Und so war es in keiner Weise. Ich habe jede Minute davon geliebt. Aber die 30er sind sowieso eine Zeit der Veränderung und ich habe jetzt sehr viele Optionen, in welche Richtung ich gehen kann.

Haben Sie schon Ideen?

Ich habe eine Produktionsfirma gegründet. Ich möchte selbst Dinge erschaffen. Schon deshalb, weil ich es unglaublich langweilig finde, als Schauspielerin auf eine Rolle zu warten. Ich habe vier oder fünf Projekte geplant und natürlich werde ich in allen mitspielen (lacht).

In „Last Christmas“ wird der Brexit thematisiert. Ihre Meinung dazu?

Es bricht mir das Herz. Als optimistischer Mensch habe ich immer noch die Hoffnung, dass jemand diesen Wahnsinn stoppen wird. Aber ich fürchte, das wird nicht passieren. Unser Land ist sehr zerrissen, das macht mich traurig.