Royaler Besuch

Mette-Marit und Haakon von Norwegen auf Deutschland-Besuch

Mette-Marit und Haakon von Norwegen kommen anlässlich der Frankfurter Buchmesse nach Deutschland. Am Wochenende Stopp in Berlin.

Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon von Norwegen sind seit 2001 verheiratet.

Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon von Norwegen sind seit 2001 verheiratet.

Foto: Frank May / dpa

Das norwegische Kronprinzenpaar Mette-Marit und Haakon hat am Freitag in Düsseldorf seinen Deutschlandbesuch begonnen. Am Abend wird in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eine Ausstellung mit Werken des norwegischen Malers Edvard Munch eröffnet. Geplant ist ein privater Rundgang für die Royals mit Ministerpräsident Armin Laschet.

Die rund 140 Gemälde, Druckgrafiken und Skulpturen hat der Bestsellerautor Karl Ove Knausgård ausgewählt. Der Anlass der Reise der königlichen Gäste ist ebenfalls literarischer Natur: Norwegen ist in diesem Jahr Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober.

Kronprinzessin Mette-Marit ist Botschafterin für norwegische Literatur im Ausland. Im Luchterhand Verlag hat sie gemeinsam mit dem norwegischen Schriftsteller Geir Gulliksen die Anthologie „Heimatland... und andere Geschichten aus Norwegen“ herausgebracht. Zwölf literarische Stimmen aus Norwegen, darunter Karl Ove Knausgård, Siri Hustvedt, und Tomas Espedal, spüren darin ihrem Heimatgefühl nach.

Lesung mit Fritzi Haberlandt und Joachim Król in Berlin

In Düsseldorf werden sich Mette-Marit und Haakon außerdem in das Goldene Buch des Landes eintragen, bevor es am Sonnabend weiter nach Berlin geht. In der Hauptstadt wird die Kronprinzessin zusammen mit ihrem Co-Herausgeber aus der Anthologie lesen und mit den Autoren Helga Flatland und Tomas Espedal über norwegische Literatur und Kultur sprechen. Unter anderem am Sonntag im Großen Sendesaal des rbb an der Masurenallee.

Die Schauspieler Fritzi Haberlandt und Joachim Król lesen Passagen des Buches auf Deutsch. Musikalischer Gast des Abends ist der norwegische Singer-Songwriter Moddi, der sein Projekt „Verbotene Lieder“ vorstellt, in dem er weltweit die Geschichten von Songs gesucht hat, die verboten wurden. Moderiert wird die Veranstaltung von Radioeins-Literaturagent Thomas Böhm.

Mette-Marit wird Berliner Schulkindern vorlesen

Am 14. Oktober geht es dann weiter nach Frankfurt. Zur Eröffnung der Buchmesse soll dort am Hauptbahnhof der „Literaturzug“ einrollen. An Bord: Das norwegische Kronprinzenpaar und Schulkinder aus Deutschland. Der Literaturzug fährt am Montag zunächst von Berlin nach Köln. Die Kronprinzessin wird einer Gruppe der John-F.-Kennedy-Schule Berlin, der Nelson-Mandela-Schule und der Berlin Brandenburg International School aus norwegischen Kinderbüchern vorlesen.

Literatur lässt sich im Zug aber auch direkt vom Autor erleben. Mit dabei sind auch Anna Fiske, Jostein Gaarder, Maria Paar und Svein Nyhus. „Diese so unterschiedliche Autoren und ihre Bücher zeigen, wie vielfältig die norwegische Literatur ist. Das gilt nicht zuletzt für die Kinder- und Jugendliteratur“, so Mette-Marit. „Ich freue mich besonders, mit den Kindern über Literatur zu sprechen. Seit einigen Jahren reise ich mit dem Literaturzug durch Norwegen und spreche mit Autoren und vielen Lesern über Literatur und damit auch über das Leben. Oft inspiriert uns gute Literatur, uns selbst und die Welt um uns herum neu zu verstehen.“

Anthologie „Heimatland“ über das Gefühl, Norweger zu sein

Im Vorwort der von ihr herausgegebenen Anthologie erzählt Kronprinzessin Mette-Marit ausführlich über ihr ganz persönliches Verhältnis zu ihrem Heimatland, ihrer Liebe zur Literatur und ihrer bürgerlichen Kindheit als Tochter eines Verlegers und einer Bankkauffrau, bevor sie 1999 den norwegischen Thronfolger kennenlernte. „Ich denke, die Freiheit, mit der ich aufgewachsen bin, war sehr wichtig für mein Selbstbild, und nicht zuletzt dafür, mit welchem Blick ich andere sehe. Das ist etwas, was mir am Norwegischen so gut gefällt. Das Gefühl, große Teile meines Lebens hier so frei gelebt zu haben“, so die 46-Jährige.

Am Norwegischsten fühle sie sich, wenn sie über das Hochplateau wandere. „Wenn ich über die Store Nordmannsslepa wandere – eine meiner Lieblingstouren von Uvdal aus, wo wir eine Hütte haben –, gehe ich meist allein. Und jedes Maldenke ich: all die Menschen, die mit schwerem Gepäck vor dir hier durch die Berge gewandert sind. Sich vorzustellen, dass man in der Tradition der Menschen steht, die hier gelaufen sind. Dann empfinde ich beinahe so etwas wie Stolz, dass ich mich in diese Reihe stellen darf.“

Hochzeit von Mette-Marit und Haakon war in Norwegen ein Skandal

Mette-Marit Tjessem Høiby traf Haakon Magnus von Norwegen auf einem Musikfestival. Die beiden gaben im Dezember 2000 ihre Verlobung bekannt und heirateten am 25. August 2001 im Osloer Dom. Sie haben zwei gemeinsame Kinder, Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus. Mette-Marit hat aus einer früheren Beziehung außerdem den 22-Jährigen Sohn Marius Borg Høiby.

Zusammen mit der für Adelsverhältnisse recht unsteten Jugend der Kristiansanderin sorgte das vor der Vermählung in Norwegen für einiges Aufsehen. Mette-Marit verließ die Universität ohne Abschluss, arbeitete als Verkäuferin und Kellnerin und gehörte lange Zeit zur Hausbesetzer- und Partyszene Oslos. Bis zu ihrem Auslandsschuljahr in Australien sei sie eine Vorzeigeschülerin gewesen, so Mette-Marit. „Doch dann war wohl einfach Schluss, ich konnte nicht mehr, jedenfalls entsprach ich nicht mehr den Erwartungen, die andere an mich hatten. Ich habe immer gewusst, dass ich im Erfüllen von Erwartungen nicht sonderlichgut bin.“

Heute gilt sie mit ihrem Mann als eines der strahlendsten royalen Paare. „Aber es steckt noch immer eine Menge Protest in mir. Ich übe meine Rolle nicht auf die Weise aus, wie viele es von mir erwarten. Eher im Gegenteil, glaube ich. Ja, die ersten zehn Jahre habe ich versucht,so zu sein, wie ich meinte, dass eine Kronprinzessin zusein hat. Das beschäftigt mich jetzt nicht mehr. Es ist mir wichtig, ein Leben zu führen, für das ich eintreten und indem ich ich selbst sein kann. Und ich glaube, dabei hat mir die Literatur geholfen.“