Female Future Force Day

„Ich möchte die Powerfrau-Rolle weitergeben“

Malaika Raiss hat für den Female Future Force Day ein T-Shirt entworfen. Motto: „Alone you have power. Together we have force.“

Model Sara Nuru (l.) und Designerin Malaika Raiss unterstützen den Female Future Force Day. Das T-Shirt ist im Online-Shop von Edition F erhältlich.

Model Sara Nuru (l.) und Designerin Malaika Raiss unterstützen den Female Future Force Day. Das T-Shirt ist im Online-Shop von Edition F erhältlich.

Foto: SABRINA THEISSEN

Feminismus hat Malaika Raiss zu Hause gelernt. Nicht nur von ihrer Mutter und Großmutter, auch von ihrem Vater. „In meiner Familie wurde mir das als Selbstverständlichkeit beigebracht“, sagt die Berliner Designerin. „Ich habe es persönlich nie erlebt, dass jemand über mich bestimmen wollte. Ich musste mich nie in dieser Form gegen Männer durchsetzen.“

Dass sie in dieser Hinsicht viel Glück hatte, ist der 34-Jährigen sehr bewusst, deshalb möchte sie ihre Erfahrung teilen. Für den Female Future Force Day des Internetportals Edition F hat sie in diesem Jahr ein T-Shirt mit dem Slogan der Konferenz entworfen: „Alone you have power. Together we have force.“ (Übersetzt: „Allein hast du Kraft. Zusammen haben wir Stärke.“)

Der Tag wurde 2017 ins Leben gerufen, um Frauen mit Vorträgen, Panels, Interviews, Fragerunden und Master Classes zu Themen wie Karriere, Familie und Gesundheit zu inspirieren.

Frauen als Unternehmerinnen unterstützen

Gemeinsam stärker, nach diesem Motto führt auch Malaika Raiss ihr Unternehmen. Die gebürtige Hessin studierte Modedesign in Mannheim und gründete 2010 in Berlin ihr eigenes Label Malaikaraiss. Seitdem hat sie sich als feste Größe der Hauptstadt-Fashion-Week und mit ihrem lässig-femininen Stil einen Namen gemacht.

Sie unterstütze gerne andere Frauen, sagt Raiss. Geschlecht sei für sie aber nicht grundsätzlich ein Kriterium für eine Zusammenarbeit. Feminismus bedeute schließlich nicht, dass Männer schlechter seien.

Unterschiede in der Herangehensweise beim Thema Karriere sieht sie aber dennoch. „Männer arbeiten oberflächlicher, bei Frauen gibt es mehr Empathie“, glaubt sie. „Für Männer steht oft Macht und Erfolg im Vordergrund. Für Frauen ist schon der Weg erfüllend.“

Auch die eigenen Schwächen zeigen können

Trotz des gesunden Selbstbewusstseins, das sie von zu Hause mitbekommen hat, habe sie in ihre Rolle als Chefin erst hineinwachsen müssen. In ihrer Familie sei sie die erste Gründerin gewesen. Gespräche über Kredite mit Bankberatern hätten sie anfangs eingeschüchtert und auch ihre Schwächen zu zeigen habe sie sich in den ersten Jahren nicht getraut.

Gelernt habe sie aus positivem Feedback und dem Austausch mit Kollegen. In ihrem Unternehmen mit fünf Mitarbeitern gebe es deshalb eine flache Hierarchie. „Jeder kann seine Ideen einbringen. Ich erwarte aber auch, dass jeder mit Leidenschaft dabei ist.“ Ihr Führungsstil sei klar und verbindlich: „Auf mein Wort kann man sich verlassen.“

Der dritte Female Future Force Day findet am Sonnabend auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof statt. Los geht es um 10 Uhr mit einer Begrüßung durch die beiden Edition-F-Gründerinnen Nora-Vanessa Wohlert und Susann Hoffmann und einer Meditation für mentale Stärke von Michael Kurth.

Der Coach wurde in den 2000er-Jahren als Rapper Curse bekannt und ist nicht der einzige Prominente, den Besucher auf den verschiedenen Bühnen erleben können. Unter anderem gibt es Talks mit Lena Meyer-Landrut, Dunja Hayali, Gesine Cukrowski und Bettina Zimmermann. Dazu Vorträge von Gründerinnen wie Lea-Sophie Cramer von Amorelie, Verena Pausder von Fox & Sheep, Jessie Weiß von Journelles und Fränzi Kühne von Torben, Lucie und die gelbe Gefahr.

Die Rolle als Powerfrau weitergeben

Malaika Raiss wird sich vor Ort mit Moderatorin Wana Limar und Cecilé Wickmann, Gründerin des Online-Second-Hand-Shops Rebelle, zum Thema „Die mutigste Entscheidung in meinem Leben“ unterhalten. Immerhin ist die Designerin heute selbst ein Vorbild für den Nachwuchs. „Meine Botschaft ist, dass man jeden Traum in die Tat umsetzen kann, wenn man sich sicher ist. Egal, welche Stolperstein sich einem in den Weg stellen“, sagt sie. „Ich möchte die Powerfrau-Rolle weitergeben.“