Auszeichnung

Udo Lindenberg bekommt Bundesverdienstkreuz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrt zum Tag der Deutschen Einheit 25 engagierte Bürgerinnen und Bürger in Schloss Bellevue.

Ausnahmsweise ohne Sonnenbrille: Sänger Udo Lindenberg (l.) erhält von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Ausnahmsweise ohne Sonnenbrille: Sänger Udo Lindenberg (l.) erhält von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Foto: Hannibal Hanschke / Reuters

Berlin. Für den Bundespräsidenten war Udo Lindenberg am Mittwoch ausnahmsweise schon um 9.30 Uhr aufgestanden. Dafür gab es – neben ein paar weiteren Leistungen des Panikrockers – Lob und den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit hat Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue unter dem Motto „Mut zur Zukunft: Grenzen überwinden“ 25 Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die aktiv zum Erfolg der friedlichen Revolution beigetragen haben. Die gesellschaftliche Entwicklung aktiv vorantreiben und die Welt von morgen mitgestalten.

Udo Lindenberg wollte nie nur ein Sänger sein

Lindenberg, der „Sonderzug nach Pankow auf zwei Beinen und mit Hut“, wie Steinmeier es ausdrückte, „forderte mit seinem Wunsch, in der DDR auf Tour zu gehen, nicht nur das SED-Regime heraus, sondern zeigte auch den Musikfans im Westen eindringlich dessen wahres Gesicht“, so die Begründung. „Udo Lindenberg hat sich mit Mauerbau und deutscher Teilung nie abgefunden und dies einem Millionenpublikum vermittelt.“

Er habe nie nur ein Entertainer sein wollen, der seichte Lieder macht, sagte der Ausgezeichnete. „Ich wollte mich einmischen und für konstruktive Unruhe sorgen.“ Er sehe sich in einer Reihe mit Künstlern wie John Lennon und seinem Song „Imagine“ oder den Ärzten und ihrem „Schrei nach Liebe“. „Wir Künstler haben das Glück, dass wir oft für mehr Aufmerksamkeit sorgen können als die Politik.“

Auszeichnung für Astronaut Alexander Gerst

Ebenfalls geehrt wurden unter anderen der Astronaut Alexander Gerst, die Lyrikerin Elke Erb, die Genforscherin Emmanuelle Charpentier, die Sopranistin Edda Moser, der Mathematiker Peter Scholze und der Journalist Ulrich Schwarz.

„Wenn ich Sie alle hier sehe, dann ist mir um die Zukunft nicht bange. So viel Energie und Exzellenz, so viel Neugier und Offenheit, so viel Mut und Tatkraft! So viele Menschen, die nicht auf ‚bessre Zeiten‘ warten, sondern sich mit Leidenschaft engagieren und auch das Gespräch mit der jungen Generation suchen“, so Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Was für ein Glück, in einem Land zu leben, das Menschen wie Sie in seiner Mitte hat. Ich finde, auch das dürfen wir am Tag der Deutschen Einheit feiern.“